HofräIh 1 n. Dabei sehe ich keine» Haß.
Fabrik ins. Die Welt wird alle Tage schlimmer.
Hosräthln. Ach nein, mein Herr.
Fabrik! us. Man kommt um vieles. Wenn man von dembischen Tobak, Kaffee, Zuck r und Puder, nebst etwas Kandis,Graupen und Zitronen, seine Konsumtion, einen Sonntagsrock,das Quartal für die Perücken, den Land- und Wasserzell undherrschaftliche Accffe, ZcitungSgebühr nebst Kirchenstuhlmiethe ab-gezogen hat, was bleibt übrig? — Gott stehe mir bei! kaum soviel, daß man wieder einkaufen kann.
Hosräthln. Da haben Sie auch Ihr ganze« Leben be-schrieben; denn Vergnügen machen Sie Sich nicht.
Fabrik! ns. Gar nicht, licbwertheste Frau Hofräthin. —Wenn ich den Morgen lang im Laden zugebracht, dann mäßiggegessen habe, so füttere ich einige wenige Hühner. Hierauf legeich mich einige Stunden ans Fenster, um ans das Adrcßblatt zuwarten. — Dann lese ich es, und lese es auch wohl einigen Nach-barn vor, die zu mir kommen. Abends esse ich nichts, sondernlese Jahr aus Jahr ein Lütkemanns Vorschmack.
Hosräthln. Das ist sehr einfach.
Fabritins. Außer Sonntags, wo ich darin eine Aenderungtreffe, daß ich fünf Viertelstunden um den Wall gehe, und hernachim historischen Bildersaal lese, um mir eine Gemüthsergötzlichkeitzu verschaffen. Meinen Garten habe ich verkauft, weil das Obstnicht vor Raupen, Mehlthau, und guten Freunden, die es vis ksetifressen, nicht zu assecuriren war.
Hosräthin, Und was verschafft uns die Ehre Ihres seltenenBesuchs?
FabritIus. Einmal und vor allem das Verlangen, nach Deroallerschätzbarsten Gesundheit sowohl, als nach des Herrn Gemahls, sowie der Herrn Geheimeraths und Frau Gemahlin, mich zu erkundigen.