143
Hofräthin. Gewiß.
Fabritins. Ich pflege immer meinen Freunden zu sagen,was der Mensch arbeitet, das ist sein Acker nnd Pflug.
Hofräthin. Ganz recht, Herr Fabritins.
Fabritins. Sein Acker und Pflug I Ja — so pflege ichzu sagen.
Hofräthin. Wer viel ackert und Pflügt, der erntet viel.
Fab ritt ns. Erntet viel! Sehen Sie einmal. Ja, dahaben Sie wahrhaftig recht klug gesprochen. Recht klug! — klug— ja — ja — (Pause. Er hustet.)
Hofräthin. Die letzte Ernte war recht gut.
Fabritins Ist doch alles theuer! Butter und Leder —und — und —
Hofräthin. Und alles übrige.
Fabritins. Und alles übrige! Wir armen Kaufleute
gehen noch zu Grunde.
Hofräthin. Bis daher hat Sie Gott recht wohl erhalten.
Fabritins. So so! Mit Fallen und Aufstehen.
Hofräthin. Meine Schwägerin kommt also heute au?
Fabritins. Ja — sehen Sie einmal — die liebwerthesteMamsell Schwägerin treffen dato ein. Sic werden auch übleWege finden.
Hofräthin. Nun, lieber Herr Fabritins, Sie sind nunneun Jahre Bräutigam. Nun werden Sie doch Ihre glücklicheEhe beginnen?
Fabritins. Wird auf Gott und die Umstände ankommen.Es ist freilich dermalen alles sehr theuer --
Hofräthin. Bei Ihrem Vermögen —
Fabritins. Bitte mich nicht schamröthlich zu machen.
Hofräthin. Das weiß ja —
Fabritins. Die Leute reden mir es aus Haß nach.