Druckschrift 
10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

9

v. Lüleu. Und was würbe des Sittenpredigers erstesMinisterialgeschäft sehn? Den Hofjunker Küken aus dem Ka-binet zu entfernen, und ihn nur alle Quartal zum Dienste nachHofe rufen zu lasten; Leiblakei Schmidt würde in der Reihe mitden andern die Marschallstafel zu serviren kriegen, und die feine niedliche Seradini würde mit einer Pension von siebzig Reichs-thalern und Bezahlung des ordinären Postwagens in ihre Heimathzurück befördert werden.

Zeradillt. Ihre Gnaden sehen das ungemein deutlich.Nun, damit wir uns sicher setzen muß hier ein Krieg aus-brechen

v. Lüleu. Wollen Sie

Zeradlui. Es soll ein Donnerwetter aus unserm Boudoiraufgehen

v. Lüleu. Das ein Sonnenschein endet?

LcraLlui. Dafür bin ich da. Aber ehe ich die Fürstinhandeln mache muß ich wissen, wie viel ist Fräulein Valbergdem Fürsten entgegen gekommen?

v. Lüleu. Sie liebt ihn und weiß es nicht. Das Be-deutendste ist wohl, daß sie dem Hauptmann Witting, dem sie sogut als versprochen war übel begegnet ist. Er ist eifersüchtig,und setzt damit die Liebe des Fürsten zu der Valberg jedermannins Licht.

Lcra-lui (achdeiikend). Damit kann ich die Fürstin nurreizen: was macht sie aber handeln? Ist keine Anekdote da?Eine Anekdote sprengt die Mine

v. Lüleu. Der Fürst ist gestern mit der Valberg in derAue spazieren gewesen, und

Zeradlnt. Armseligkeit! Man müßte Ja das geht.Fräulein Valberg lacht gern, sie ist naiv. Gut. Fräulein Val-berg hat sehr naiv über die Fürstin gesprochen