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10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
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LcraLini. Ihre prätendirte Naivetat ist ungezogene Dumm-heit, nichts mehr.

v, Lülcn. Gott bewahre

Schmidt. Sie lacht über alle», gafft alles geradezu an, undspricht immer was sie denkt.

v. Lülcn. Ganz recht, und das ist eben so gefährlich; dennsie denkt gar nicht übel. Ihre Art zu sehen leiht den Dingen umsie her eine reizende Neuheit, ihre Unbefangenheit

LcraLini. Nun ja, die ist bei Hofe etwas neues. Jetztist das etwas neues, bald wird es komisch. Sobald man sieamüsant findet, ist sie verloren.

v. Lülcn. Wie so?

LcraLini. Dann wird sie belacht, über kurz oder langverlacht, ansgelacht, dann lästig gefunden, sehr bald albern undso finkt der Irrwisch in seinen Sumpf zurück.

v. Lülcn, Bis dahin erreicht sie was sie will.

Schmidt. Ein Halsband, einige Ringe damit hat allesein Ende.

v. Lülcn. Jndeß kann ich meine Schwester nicht pousstre».Ist sie einmal im Besitz der Gunst, so wird ihre alte Tante, deres weder an Routine noch an Geist fehlt, und die so gern amHofe eine Rolle spielen mischte, sie schon darin unterrichten, wie siesich in Gunst und Herrschaft erhalten soll.

Leradint. Hm! die Tante? Ja die Tante ist be-denklich.

Ach midi. Weiß denn die Balberg schon, wie viel sie gilt?

v. Lülcn. Welches Mädchen fleht nicht was sie vermag!Und wie kann sie daran zweifeln, wenn sie erfahren wird, baß derFürst sie zur Hofdame ernannt wissen will?