Hofrath (nach einigem Nachdenken), Wir waren etwas ent-fernt — laß uns näher kommen.
Kam st ein. Von Herzen. Gib mir Deine Mündel, DeinerFrau Schwester, zur Frau.
Hofrath. Ramstein!
Kamstein. Nun?
Hosrath. Du hast Dich doch nicht aus Gutherzigkeit wozuverleiten lassen?
Kamstein. Was willst Du?
Hofrath. Ist es Dein Ernst?
kam stein. Zuverlässig.
Hosrath. Vor einer Viertelstunde hat der Onkel um sie an-gehalten, nun Du. Beides ist mir unwahrscheinlich: der Onkel istein alter Mann; und von Deiner Liebe sollte ich nichts gewußthaben? so auf einmal bestimmst Du Dich zur Heirath l
Kamstein. Ich kann die Menschen nicht ausstehen, die vonihrer Liebe wie vom Fieber reden, wo die ganze Sippschaft fragenmuß, wie man geschlafen hat, und jeder Vorübergehende höflich-keitshalber nach dem guten und bösen Tage fragt. Mauern undRiegel fordern keine Wagstücke, Hindernisse keine Schwärmerei.Oder sind Hindernisse da? — Das mußt Du wissen.
Hosrath. Nein, es werden keine da sehn.
Kamstein. Nun — da ich also glaube, wir werden glücklichseyn — so zögere ich nicht und fordere sie zur Frau. Dir sageich es zuerst: wenn Du Ursachen hast, die es hindern, so sagesie; wir —
Hosrath. Nein. Aber wenn ich Ja sagen kann, und dasMädchen Ja sagt — Wirst Du nicht blaß?
Kamstein. Das weiß der Himmel, ich verstehe Dich nicht.
Hosrath. Aber ich verstehe Euch!