Präsident. Folgen Sie Ihrem Herzen. (Er nimmt ihreHand, neigt sich auf sie herab, küßt sie und steckt einen Ring ihr an denFinger Er hält ihre Hand an sein Herz.) Meine Brant I
Fräulein (wankt zu ihm). Ach — ach Ferdin — — (Sicsinkt auf seine Schulter.)
Präsident. Ihr ist nicht wohl — ich bitte um einen Stuhl,Herr von Wellar!
Domherr (verlegen). Ich — ich-nun ja — (Er gibt
ihr einen Stuhl.)
Präsident (läßt sic sanft auf den Stuhl nieder). Edle Seele!Meine Sophie! (Zur Präsidentin.) Ließ wird bald voriibergehen; Siehaben mir große Arbeit gegeben, Madam, ich muß eilen, ste zu vollen-den. Mein Schicksal muß bald entschieden seyn, indeß soll mein Freundfür meine Braut sogleich die Anstalten treffen, welche der Anstandbefiehlt. — Sie schlägt die Augen auf! Wie ist Ihnen, liebe Sophie?
Fräulein. Ach!
Präsident. Ich werde Sie bald in ein ruhiges Verhältnis)bringen, meine theure — theure Sophie! Für jetzt werden Sieverflatten, daß ich Ihre Kammerfrau hereinschicke, gnädige Frau,um dem Fräulein in ihrer Unpäßlichkeit zur Seite zu seyn. (Erküßt Sophiens Hand.) Bis dahin — empfehle ich sie Ihrer Güteund — Ihrer Ehre. (Er geht.)
Fräulein (stützt ihr Gesicht auf die Hand).
Höchster Auftritt.
Vorige, ohne den Präsidenten.
Prä sl deutln (geht bei Seite, mit unterdrückter Stimme). Ichkomme von Sinnen — ich ersticke!