eFrältlcin (mit einem Schrei des Schreckens). Mein Gott!
'Präsidentin. Das endigt alle Verlegenheit.
Präsident. Mein guter Engel führt mich Ihnen entge-gen, der schöne Tag erhellt das Gemälde meiner Zuknnft. Dankund Bewunderung führen den verkannten Mann Ihnen zu, derreich ist im Bewußtseyn des vollen Willens für das Gute. Dastehen die Zeugen — Sophie! haben Sie den Muth, meinSchicksal mit mir zu theilen — so schlagen Sie ein.
Fräulein (die bisher auf ihre gefalteten Hände niedergeblickt,hebt ihre Augen, will reden, vermag es nicht, blickt an den Himmel,hält Ihre Hände gegen den wallende» Busen, blickt auf die Präsidentin,läuft auf sie zu, stürzt vor ihr nieder). Freundin — WohlthäierM —Mutter! Hier bedarf die verlassene Waise einer Mutter. SehnSie es. Gedenken Sie der vergangenen Jahre, wie ich ihrergedenke. Innig schließe ich meine Arme um Sie, lassen Sie michsie wieder ins Leben rufen die erstorbene Freundschaft. Am Ein-tritt in die andere Lebenshälfte fordre ich die Stimme einer Mutter,daß sie mir rathe. Weg mit allen Kleinigkeiten des Lebens, diezwischen uns waren: todt ist die Vergangenheit, nur der jetzigeschöne Augenblickt lebt für uns beide! Ach es gilt des armenMädchens ganzer Zukunft —
Präsidentin (neigt sich etwas zu ihr). Ihr Herz hat jaentschieden.
Fräulein. Darf es entscheiden? Es gilt des MannesWohl, der allen wohl will.
Präsidentin (tritt in ihre vorige Stellung zurück).
Fräulein. Kann ich sein Glück schaffen, — ich? bin ihmnicht zu wenig? Was darf ich thun? Mein Herz sagt ja —mein Herz darf aber nicht entscheiden. (Sie verbirgt ihr Gesicht inden Kleibern der Präsidentin.)
Präsidentin (hebt sie auf und sagt höflich). Fräulein —