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"Wirkung der Blätter auf die Luft.
Die Eigenschaft der Blätter das Kohlensäuregas zuzersetzen, die Luft zu verbessern und dennoch Sauerstoffeinzusaugen, ist selir milsverstanden worden, durch dieVersuche, dafs man Pflanzen einer Atmosphäre aussetzt,die keine Kohlensäure' enthält; da entwickelt sich keinSauerstoffgas, und, wie wir aus dem Vorhergehenden ge-sehen haben, wird der Luft am Tage immer wieder derSauerstoff zurückgegeben, welcher in der Nacht aufgeso-gen wurde. Mehrere Chemiker haben, indem sie diesesResultat erhielten, die Eigenschaft der Pflanzen, Sauer-stoffgas sowohl zu entwickeln als zu absorbiren, geläugnet.Diese Erscheinungen finden nur auf Kosten des Kohlen-säuregases statt, und zwar so, als ob nicht allein der Koh-lenstoff von der Pflanze aufgenommen würde, sondern alsob eine Verbindung von Kohlenstoff mit Sauerstoff ineinem weit geringeren Verhältnisse als in der Kohlen-säure absorbirt würde. Wenn die von Saussure ange-führten Versuche mit J^inca pervinca hinsichtlich derProportionen als einigermafsen genau angesehen werdenkönnen, so hatte bei denselben der Kohlenstoff in derPflanze -£- von dem Sauerstoff, welchen er im Kohlensäu-regas enthielt, mit sich geführt.
Im Uebrigen variiren diese Verhältnisse im Gradesehr stark nach ungleichen Pflanzen, ungleicher Jahreszeit,Tageszeit, und dem mehr oder weniger gesunden Zustandder einzelnen Individuen von derselben Species. Saftigeund in feuchter Erde gezogene Pflanzen absorbiren imDunkeln weniger Sauerstoffgas als andere; beständig grü-nende Bäume weniger, als diejenigen, deren Blätter jähr-lich abfallen. Im Allgemeinen ist die Menge von absor-birtem Sauerstoff gröfser im Frühling als im Herbst. DeSaussure hat hierüber eine Menge von Versuchen be-sonders angestellt, deren einzelne Resultate jedoch melirzur einzelnen Geschichte einer jeden Pflanze, als zur all-gemeinen Darstellung der Lehre davon gehören.
Sowohl die Absorbtion des Sauerstoffgases im Dun-keln, als die Zersetzung der Kohlensäure im Tageslichte,geschieht durch eine eigene organische Bildung im Laube,