164 Methode, langsam und progressiv
hierbei immer etwas in der ausgezogenen Spitze der Ver-brennungsröhre sitzen bleibt, so wird diese durch einenFeilstrich (bei ß. Fig. 6.) abgeschnitten und mit der Vor-lage und der Röhre mit Chlorcalcium gewogen, woraufman sie herausnimmt, trocknet, wiegt und dir Gewichtvon dem der Vorlage abzieht. Was dieses nun mehr be-trägt, als vor Anfang des Versuches, ist erhaltenes Wasser.
Die Menge des Gases kann entweder dem Gewichteoder dem Volum nach bestimmt werden. Im ersterenFalle sammelt man es in einer gröfseren Glocke auf, diealles während des Versuches sich entwickelnde Gas auf-nehmen kann. In diese läfst man dann ein kleines Ge-fäfs von Glas ein, welches Kalihydrat enthält, und dessenOeffnung mit Handschuhleder zugebunden ist. Das Ge-Täfs wird vor dem Versuche mit dem darin enthaltenenKalihydrat gewogen, indem man es mit einem Kork ver-schlossen hat, den man nachher beim Zubinden mit demLeder abnimmt, worauf man es in die Glocke läfst, umdarin das Kohlensäuregas einzusaugen. Ich pflegte ge-wöhnlich an der unteren Seite dieses Gefäfses ein Oehrmit einem daran befestigten feinen, geglühten Stahldrathzu haben, um dasselbe nach Belieben wieder aus derGlocke herausziehen zu können. Leinene oder seideneFäden eigenen sich hierzu nicht, weil sie wie umgekehrteHeber wirken, und Luft durch ihre Poren einlassen. Nach-dem das Quecksilber in der Glocke zu steigen aufgehörthat, läfst man das Kaliglas noch 12 Stunden darin, wor-auf man es herausnimmt, mit dem vorher angewand-ten Kork verschliefst, von anhängendem Quecksilber wohlreinigt, und wiegt. Was es nun mehr als vorher wiegt,ist vom Kali aufgenommene Kohlensäure. Soll aber dasGas clem Maafse nach bestimmt werden, so mufs mansich zum Auffangen desselben schmaler, cylindrischer Ge-fäfse bedienen, die um so besser hierzu sind, je geringerihr Durchmesser ist. Dieselben müssen mit grolser Ge-nauigkeit graduirt sein, und es mufs eine solche Anzahldavon in Bereitschaft stehen, clafs sie das sich entwik-kelnde Gas fassen können; dann bestimmt man die Ba-