Druckschrift 
3,1 (1827)
Entstehung
Seite
143
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elektrochemischen Zustand der Elemente. 143

dieser Hinsicht ein ausgezeichnetes Beispiel. Diese Säurebesteht nur aus Kohlenstoff und Sauerstoff, und der Koh-lenstoff ist darin mit \ i Mal so viel Sauerstoff wie im,Kohlenoxyd, und nur mit f. so viel, wie in der ganzschwachen Kohlensäure verbunden, so dafs, wenn mandiese drei als die Oxydationsstufen des Kohlenstoffs be-trachtet, folgende Reihe entsteht:

Kohlenoxyd C-f-O

Oxalsäure 2 C -f- 3 O

Kohlensäure C -j- 2 O

Hier ist also, ganz gegen das gewöhnliche Verhältnifs,die höhere, aus einem Atom des einen Elementes und2 Atomen vom anderen bestehende, Oxydationsstufe, einesehr schwache Säure, und die niedrigere, aus mehr alseinem Atom vom einen Elemente mit mehreren Atomenvom anderen zusammengesetzte, eine ganz starke Säure.Offenbar hat also die Oxalsäure, welche eine der stärk-sten Säuren ist, ein weit mehr elektronegatives Radikal,als die Kohlensäure. Aber diese Säure ist entweder un-mittelbar in einem lebenden Körper hervorgebracht, oderist ein Product von der bis zu einem gewissen Grade ge-henden Zerstörung organischer Stoffe geworden, und da-durch hat ihr Radikal ganz andere elektrischchemischeEigenschaften erhalten, als es behalten kann, nachdemes aus diesem Zustande wieder zu der Art von Verbin-dungen gekommen ist, welche die unorganische Naturausmachen.

In den Organen der lebenden Körper bekommenalso die Oxyde zusammengesetzter Radikale, welche siehervorbringen, einen eigenen elektrochemischen Zustand,welcher nicht blofs auf der Natur des angewendeten un-organischen Elementes beruht, sondern hauptsächlich aufder eigenthümlichen Beschaffenheit des lebenden Organes,und es wäre, von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet,nicht unmöglich, dafs in der organischen Natur zwei Kör-per Vorkommen könnten, welche aus gleichen Elementenund zu gleichem relativen Gewichte beständen, welcheaber durchaus keine gleichen Eigenschaften hätten.