Druckschrift 
3,1 (1827)
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der chemischen Proportionslehre.

Jial’L machte, selbst wenn eigene Erfahrung ihnen zu Gun-sten der Meinungen von Proust sprach; aber die grofseMasse der nachher angestellten Analysen entschied end-lich die frage zu Gunsten der Ansicht des letzteren Ge-lehrten.

Einige Zeit vor den Arbeiten von Richter und Ber-thollet hatte Higgins, ein irländischer Gelehrter, einWerk, unter dem Titel: si comparative view of thephlogistic and antiphlogistic theories ( 1789 ), herausge-geben, in welchem er unter einem neuen Gesichtspunktedie verschiedenen zwischen denselben Körpern möglichenVerbindungsgrade betrachtete. Er stellte darin die Ideeauf, dafs die Körper aus Partikeln oder Atomen zusam-mengesetzt seien. Nach ihm bringt ein neues Atom vonSauerstoff, wenn es einem Oxyde, d. h. einem, aus einemAtom Radikal, und einem Atom Sauerstoff zusammenge-setzten Körper, noch zugefügt wird, eine neue Oxyda-tionsstufe hervor. Indessen schien Higgins selbst wenigGewicht auf diese Hypothese zu legen, deren Wahrheiter aufserdem durch keinen analytischen Versuch zu erwei-sen suchte; er ahnete nicht einmal die multipeln Verhält-nisse, welche davon eine nothwendige Folge sind. SeinWei-k erregte wenig Aufmerksamkeit und gerielli bald inVergessenheit *).

Fünfzehn Jahre nachher stellte John Dalton dieselbeIdee wieder auf; er machte aber davon eine ausgedehn-tere Anwendung auf die chemischen Erscheinungen, undsuchte sie durch die Resultate besserer Analysen zu be-kräftigen. Die ersten, von Dalton über diesen Gegen-stand herausgegebenen Schriften, setzten sie nicht so klaraus einander, dafs sie grofse Aufmerksamkeit erregt hätten,und nur wenige Chemiker erkannten ihre Tendenz. InNicholson’s Journal liefs Dalton 1807 eine kleine

*) Dreifsig Jahre später bemühte sich Higgins zu erweisen, dafser durch diese Hypothese, von der er nnr eine sehr beschränkteAnwendung gemacht hatte, Ansprüche habe als der Entdecker dermultipeln Proportionen zu gelten.