Wiederum im Kabinet des Regenten.
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nehmen. Er ist nun einmal der Herr, und wenn wirselbst, was sich in den nächsten Tagen entscheiden soll, einenThronerben erhalten, so wird doch die Regentschaft achtzehnJahre dauern, eine Zeit, deren Ende wir beide schwerlicherleben werden."
„Was wollen Sie damit sagen, Kindermann?" fragteder Andere, nachdem er eine Zeit lang nachgedacht.
„Nun, ich will damit sagen, daß der Herr die Machtnoch lange behält, seinen Freunden wohl zu thun und sei-nen Feinden auf unangenehme Art zu vergelten.
„Aber ihr thut uns sehr unrecht," sprach nun HerrSteppler, wobei zum erstenmale ein Lächeln über seinedüstern Züge flog, „wenn ihr glaubt, wir oben haßten denHerrn, im Gegentheile, kann ich Sie versichern. Freilichbemüht man sich zuweilen seine Plane zu vereiteln, ihmentgegenzuwirken, aber, ich bin auch ein alter Prakticus,Kindermann, das geschieht nicht nach einem kalten, berech-neten System, sondern das ist die Aufwallung des Augen-blicks , ist wie ein 'kindischer Trotz — verzeihen Sie mir dasWort — eine fast fieberhafte unerklärliche Neigung, Neinzu sagen, wenn der Herr Ja sagt."
Herr Kindermann blickte in sein Glas und antwortete
nicht.
„Von wirklicher Feindschaft kann da keine Rede seinund von Haß noch viel weniger. Wenn man Jemand haßt,verstehen Sie mich wohl, ohne Nebengedanken haßt, so nennt