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Zwölftes Kapitel.
„Sie arbeiten also," fing der Major wieder an, nach-dem er dem Andern vollkommen Zeit zur Ueberlegung ge-laffen, „in der Pfahlgaffe, in einem Hause mit vier Stock-werken?"
„Bei meinem Freunde Heinrich Böhler, der ein photo-graphisches Atelier hat."
„Das Geschäft des letzteren," entgcgncte der Majormit großer Gleichgültigkeit, „ist mir vollkommen einerlei,überhaupt hängt das, was ich von Ihnen wünsche, nichtim Geringsten mit Ihrer Kunst zusammen. Sie wohnenin einem Hause, in dem sich noch viele andere Leute be-finden."
„O ja, viele Haushaltungen," antwortete Herr Krimpf,der wieder anfing irr zu werden, da sein Gegner ganz vonder Fährte, an die er gedacht, abzuwcichen schien.
„Nun also," sprach der Major, „unsere Angelegen-heit betrifft eine Sache, bei der ich mich gänzlich ihrer Dis-kretion überlaffen will und muß; doch glaube ich michnicht in Ihnen zu täuschen. Sie wohnen, wie schon ge-sagt, im vierten Stock, — unter Ihnen im dritten sind dieZimmer einer Wittwe, die Me einzige und sehr schöneTochter hat."
„Ah!" preßte der kleine Maler hervor, und diesmalwar sein Erstaunen so wahr und ungekünstelt, daß es demAndern nothwcndig auffallen mußte. „Sie sind überrascht,daß ich das weiß," fuhr Fernow fort, „aber das geht ganz