Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
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Ein freundschaftliches Souper.

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Glanz seiner Augen erlosch, und indem er die dünnen Lippenauf einander biß, versank er in tiefe Träumereien.

Der Major blickte ihn forschend an, dann erhob ersein Glas und sagte:Verzeihen Sie, wenn ich Ihnen,

ohne es zu wollen, wehe gethan. Jedem lächelt das Le-ben auf die eine oder die andere Art. Jeder hat einenAugenblick, wo ihn das Glück umschwebt, wo er nur zu-zulangen braucht. Freilich sind die Glücksgüter verschieden,aber auch Ihnen schlägt gewiß einmal eine gute Stunde.Trinken wir darauf!"

Die Beiden leerten ihre Gläser, und als Herr Krimpfdarauf in die Höhe blickte, brannte ein düsteres Feuer inseinen kleinen Augen, seine sonst so kalten Wangen warenheftig geröthet, und er sagte:Ich danke Ihnen für denTrost, Herr Müller, aber was sind Glücksgüter? Gü-ter, die uns glücklich machen. Glauben Sie mir, es liegtmir verflucht wenig an Geld und Neichthum, ich habe nureins, wonach ich strebe, und das" setzte er mit fasttonloser Stimme hinzu,werde ich nie erreichen."

Herr von Fernow befand sich mit einem Male auf derHöhe der Situation. Was der kleine häßliche Maler fürdas höchste Glück des Lebens hielt, das war nicht schwerzu errathen: Die Gunst eines reizenden Mädchens, welcheihm dieses begreiflicher Weise verweigerte. Und welchesMädchen? Fernow begann klarer und immer klarer zusehen. Hatte der Photograph ihm nicht gesagt, woher die