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anflehst — denk an Deine gute Pflegerin; denk, daß jeder Augen«blick, der Deiner Blülhe drohte, ihr Herz zerriß — darum findunter den Rosen — Biümlein Vergiß mein nichtll!
LarI. Die erste Tugend, die Ihr mich lieb gewinnenließet, z war Erkenntlichkeit!
Gin Lauer. Lieber junger Mann — hier flehe ich an derSpitze Eurer zuriickgelassenen Freunde. Nasse Augen könnten fürunsere Heizen sprechen — Ihr kennt uns! Aber last Euch undder holden Frau, unsere frommen Wünsche in einem Bilde dar-stellen. Da« war auch so die Weise unserer guten Vorfahren,weil es jedem Alter im Gedächtniß bleibt, (Sr nimmt aus demCirkrl hinter sich jemand einen Weinstock ab.) Seht diesen Weinstockan; er ist schlank und hoffnungsvoll, wie Jbr selbst seyd. Fahrtein Sturm aus ihn herab, so neigt sich die Frucht zur Erde, abertreulich neigt der Stamm sich nach zn seiner Frucht. Nach sanf-tem Regen schmiegt die Ranke sich wieder fester um den Stamm.Breite Blätter schützen die Frucht vor giftigem Than, undnichts kann Stamm und Ranke trennen — — ach! so seyEure Ehe! Was auch Menschen begegnen kann — vereinigeEuch fester und fester! Wohin Ihr in unseres lieben VaterWalters Güter geht, so findet Ihr dieß gesegnete Bild, und eswird Euch an Eure süße Pflicht und das heiße Gebet der Red-lichen erinnern.
Lar! (nimmt den Wclnstock). Deine Hand, Sophie! (Siegeben sich die HLnde, dasi der Wcinstock in der Milte Ist ) Ja, MeineFreunde, wir geloben Euch — nichts kann uns trennen! WasMenschen trennt — soll uns fester vereinigen. Deinen Segen,mein Vater, über dieß fromme Gelübde!
Walter. Segen über diese Ehe, meine Kinder!