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9 (1860) Der Vormund [u.a.] Bewußtsein
Entstehung
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Larou. Schweigen? wovon?

Nebel. Ich hätte Ihnen etwas Wichtiges zu sagen, wegenRuhbergS; aber

Larou. Was haben Sie gegen ihn?

Nebel. Gegen ihn?

Larou. Ja, mein Herr, Sie haben gegen ihn! Inlauniger Geschwätz ist das Gift gehüllt, das Sie ihm beibringenwollen. Nach diesem geraden Geständniß, und nach dem Zusatze,daß ich unerschütterlich sein warmer Freund bleibe bin ich nunneugierig, welche Wendung Sie noch nehmen werden.

Nebel (sehr resignirt und mit angenommener Würde). Ichwerde thnn, wozu Sie mich zwingen: Ihrem Herrn Vatersagen, was ich um RuhbergS Lage zu mildern, Ihnen ver-trauen wollte. Wenn aber dieser Schritt, den ich thnn mußIhrem Freunde zum Verderben gereicht Sie alsdann an dieHärte erinnern, womit Sie mir jetzt begegnet sind. (Er will in«Ka-lnet.)

Larou. Ist Ihre Absicht redlich, so weiden Sie meine Härteübersehen. Was ist die Sache?

Nebel. Es ist ein Fehltritt, den der Menschenkenner begreift,der großmüthige Freund verzeiht. Vielleicht ist es nicht einmalvon der Bedeutung in Ihren Augen ob es gleich den HerrnGeheimerath aufs Aeußerste bringen wüidc. Ruhberg hat einengeheimen Liebeehandel mit Fräulein Sophie.

Laron. Brav! gut ausgedacht I in der That! Eine Seite,die leicht Feuer fangen könnte wenn ich es zuließe.

Nebel. Ich kam eben dazu, als Bezannetti an den HerrnGeheimerath schreiben wollte. Ich hielt ihn ab. Sie wissen erjetzt, und werden die Sache am besten vermitteln.

Larou. Worauf gründet sich tiefe Bemerkung?

Nebel. Bezannetti hat RuhbergS Briefe an das Fräulein.