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9 (1860) Der Vormund [u.a.] Bewußtsein
Entstehung
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Angst um das Leben eines kränklichen Vaters jagt ihn um-her: jedes Menschen fester Blick ist Schlüssel zu seinem Geheimniß,und es ist schrecklich I der freche Lasterhafte, der kühn sich insLicht stellt, scheint reiner neben diesem beschädigten Juwel I

Diesem Menschen, unter solchen Umständen, ist Verzeihungund Freiheit Strafe; Tod wäre ihm Wohlthat gewesen.

Dieses hatte ich im Gesicht, als ich Verbrechen ausEhrsucht schrieb, und hielt mich daher von der Moralität desStücks überzeugt.

Jndeß ereignete sich ein Umstand, der nothwendig diese lieber-zeugung sehr stören mußte. Mehrere sagten mir, daß bei einerVorstellung des Stücks ein großer Monarch (und da schon derName dem Worte Ehrfurcht gibt, warum sollte ich Joseph nichtnennen?) geäußert habeich würde nicht so gelinde mit Ruh-berg umgehe», wie der Verfasser."

Dieses Urtheil de- Gesetzgebers ließ mich besorgen, mein Stücksey zwecklos, oder gar schädlich.

Ich dachte ernstlich darüber nach, ob ich mich rechtfertigenkönne. Sollte nicht auch sanfte Rührung vom Laster abhalten?sagte ich mir. Härte wirkt Widerstand, Widerstand zeugt Ver-brechen; weise Nachsicht öffnet nicht den Weg zu Freveln, undLiebe ist ein festeres Band als Furcht. Ließ schien für mich zusprechen. Jedoch, vom Einfluß des Schauspiels auf die Sitten sosehr überzeugt, bin ich ängstlich gewissenhaft über Empfindungen,welche ich cinflöße, Grundsätze und Richtungen, welche ich veran-lasse. Und so konnten alle diese Einwendungen jenen Ausspruchnicht überwiegen.

Ich ging weiter. Ich dachte mir nun die Wirkung meinesSchauspiels, besonders in den Kaiserlichen Staaten. Sie mußdort besonders schädlich seyn.

Wie oft haben wir nicht von Begebenheiten gehört, welche da-