Chromoxydul. 57
verfliegt, die Säure einen Theil ihres Sauerstoffs verliertund Oxydul zurückbleibt. Es bildet sich ebenfalls, wennman das Metall stark glüht, wobei es an seiner Ober-fläche eine Rinde bildet, welche, das Metall gegen dieweitere Einwirkung der Luft schützt. Man kann es auschromsaurem Bleioxyd erhalten, wenn es mit einem Ge-menge von Chlorwasserstoffsäure und Alkohol digerir twird, wobei sich, auf Kosten des Sauerstoffs der Chrom-säure, Aether bildet, und Chromchlorür sich in der spi-rituösen Flüssigkeit auflöst, während Bleicbloriir unaufge-löst zurückbleibt. Es wird auch aus chromsaurem Kalierhalten, wenn man dieses mit Chlorwasserstoffsäure über-sättigt und Schwefelwasserstoff in die Auflösung leitet,wodurch die Chromsäure zum Oxydul reducirt wird; dieseswird von der Chlorwasserstoffsäure in der Auflösung zu-rückgehalten, und kann nachher durch kohlensaures Kalidaraus niedergeschlagen werden; der Niederschlag ist je-doch kohlensaures Chromoxydul und giebt erst nach demGlühen reines Oxydul. Schlägt man die Auflösung vonChromchlorür mit einem ätzenden Alkali nieder, so er-hält man einen graugrünen Niederschlag, der das Hydratdes Oxyduls ist. Dieses löst sich wieder auf, wenn einUeberschufs des kaustischen Alkali's zugesetzt wird; aberes schlägt sich wiederum nieder, wenn man die Auflö-sung eine Zeit lang kocht. Vom Ammoniak wird es sehrunbedeutend aufgelöst, weswegen man sich auch, um esniederzuschlagen, am liebsten desselben bedient. DasHydrat des Chromoxyduls nimmt nach dem Trockneneine grünere Farbe an, gerade als wenn es noch nafswäre. Bis zu einem geringeren Grade von Hitze erwärmt,giebt es sein Wasser ab und wird dunkelgrün oder bei-nahe schwarz. So lange es sein Wasser behält, ist es inSäuren leicht auflöslich; aber nachdem dieses entwichenist, löst es sich sehr langsam auf. Erhitzt man das ingelinder Hitze von seinem Wasser befreite Oxyd in einemTiegel bis zum Glühen, so geräth es, bei einer gewissenTemperatur, auf einen Augenblick in vollen Brand, ganzso wie die Zirkonerde, und nachdem dieser vorbei ist,