Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

Chrom.

spröde, und wird, nach Richter, vom Magnet schwachangezogen. Sein eigentb. Gewicht soll 5,9 sein. Es wirdnicht leicht oxydirt und erhält sich unverändert in derLuft. Von Säuren wird es nur wenig angegriffen, selbstKönigswasser löst unter fortgesetztem Kochen nur sehrwenig davon auf. Von Fluorwasserstoffsäure wird Chrommit Entwickelung von Wasserstoffgas aufgelöst, besonderswenn die Wirkung der Säure durch Wärme unterstütztwird. Für sich verändert es sich unbedeutend im Feuer,selbst nicht in der Löthrohrflamme. Legt man grünesChromoxydul in einen Kohlentiegel, und setzt dann den-selben dem stärksten Gebläsefeuer aus, so backt das Oxydzusammen, und erscheint dann mit einem graugelben,metallglänzenden, körnigen Ueberzug umkleidet, welcherChrommetall ist. Das im Innern sich befindende Oxydist unverändertes grünes Chromoxydul, und wenn dieFlitze hinlänglich stark und anhaltend gewesen ist, so be-sitzt die umgebende metallische Schale hinreichenden Zu-sammenhang, um die Ablösung und Abnahme des Oxydsdavon zuzulassen. Wird zu diesem Reductions- Versuchsaures chromsaures Kali angewandt, welches vor dem Ein-legen in den Tiegel mit etwas Zucker detonirt wurde, soerhält man nach der Reduction eine Masse, welche aufsenporös, metallisch, silberweils ist und sich zusammendriik-ken läfst, während sich inwendig eine harte, blalsgrüneMasse von Chromoxyd und Kali befindet. Der weifse,poröse Ueberzug ist, wie der zuvor erwähnte gelbliche,metallisches Chrom; er leitet die Elektricität und löst sichmit Wasserstoffgasentwickelung in Fluorwasserstoffsäureauf, welches mit dem inwendig sitzenden Oxyde nichtder Fall ist.

Chrom und Sauerstoff.

Das Chrom hat drei Oxydationsstufen: das Oxydul,das Oxyd und die Säure.

aj Das Chromoxydul ist ein grünes Pulver. Manerhält es, wenn die Säure oder ihre Verbindung mitQuecksilberoxydul geglüht wird, wobei das Quecksilber