Selen und Sauerstoff.
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Selen leitet nicht den Wärmestoff. Man kann eszwischen den Fingern halten und es einige Linien davonan der Lichtflamme schmelzen, ohne dai’s man die Hitzeempfindet. Es leitet auch die Elektricität nicht. Als ichgegen den Conductor einer Elektrisirmaschine ein StückSelen, einen Zoll an Länge und von dem Diameter einerLinie, so hielt, dafs es den Conductor berührte, so gabdieser £ Zoll lange Funken, so oft ein Ableiter mit einermessingenen Kugel gegen den Conductor geführt wurde.Elektrische Schläge wurden durch dasselbe Stück Selenmit einem langen Zischen entladen, und wenn der Schlagstark war, so lief ein Funken über die Oberfläche desSelens und machte die Entladung; aber wenn es irgendeinen kürzeren Weg als über die Oberfläche des Selensgab, so nahm der Funke immer diesen kürzeren Weg,auch wenn der Unterschied unbedeutend war; es scheintalso die elektrische Entladung dadurch nicht erleichtertzu werden, dafs der Schlag über die Oberfläche des Se-lens ging, so wie es mit Wasser, Goldpapier u. m. a.geschieht. Dagegen habe ich durch Reiben des Selenskeine so deutliche Spuren von Elektricität erregen kön-nen, dafs dieses zu den idioelektrischen Körpern gerech-net werden könnte.
Selen ist nicht hart, es wird vom Messer geritzt, istzerbrechlich wie Glas und leicht zu pulverisiren.
Sein eigenthümliches Gewicht fand ich in mehrerenverschiedenen Wägungen =4,3 bis 4,32; es ist übrigensschwer, das eigenthiimliche Gewicht zu bestimmen, weildas Selen inwendig so leicht mit Blasen angefüllt seinkann. Langsames Erkalten und ein körniger Bruch ver-ändert das eigentümliche Gewicht nicht.
Selen und Sauerstoff.
Das Selen hat eine schwache Verwandtschaft zumSauerstoff. Wird es in der Luft erhitzt, ohne von einembrennenden Körper getroffen zu werden, so verfliegt es,ohne sich zu oxydiren; aber wird es von der Flammegetroffen, so giebt es der äufseren Kante der Flamme