Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
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Selen.

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völlig metallglänzend. Läßt man geschmolzenes Selensehr langsam erkalten, so wird seine Oberfläche uneben,körnig, bleigrau, und nicht mehr spiegelnd. Der Bruchist feinkörnig, matt, und die Masse ähnelt ganz einemBruchstück von metallischem Kobalt. Umschmelzen undgeschwindes Abkühlen zerstört dieses Ansehen, und giebtdem Selen die vorhergenannten äufseren Charaktere. Se-len ist wenig geneigt, eine krystalliniscbe Form anzuneh-men. Wenn es sich aus wasserstoffgeselentem Selenam-monium langsam absetzt, so bildet sich auf der Oberflächeder Flüssigkeit eine dünne metallische Haut, deren obereSeite eben ist und eine hell bleigraue Farbe hat, wäh-rend die untere dunkelgrau und glimmerartig ist. Beidezeigen unter dem zusammengesetzten Vergrößerungsglaseeine krystallinische Textur, die auf der oberen Seite nn-regelmäfsig ist; aber auf der unteren Seite kann manziemlich deutlich recht winkelige, vierseitige, glänzendeFlächen unterscheiden, welche wie Seiten von Cuben undParallelepipeden aussehen. Sogar in der Flüssigkeit selbstschiefst Selen auf den Seiten des Glases an, in dem Gradeals sie durch die Einwirkung der Luft zersetzt wird, unddie Krystalle bilden eine dendritische Vegetation vonprismatischen Krystallen mit zugespitzten Enden, an wel-chen jedoch keine näher bestimmte Form beobachtet wor-den ist.

Die Farbe dieses Körpers ist sehr veränderlich. Ichhabe angeführt, daß sie auf der schnell abgekühlten Ober-fläche dunkel ins Braune spielend ist, und dafs die Bruch-fläche eine graue Farbe hat. Aus einer verdünnten Auflö-sung kalt gefällt, entweder durch Zink oder mit schwef-lichter Säure, ist sie zinnoberroth; wird der rothe Nie-derschlag gekocht, so nimmt er eine schwarze Farbe an,backt zusammen und wird schwerer. Wenn eine ver-dünnte Auflösung von Selensäure in Wasser mit schwef-lichter Säure, oder mit schwefiichtsaurem Ammoniak, ineinem zur Hälfte angefüllten gläsernen Gefäße gemengt,dem Tageslichte ausgesetzt wird, so bekleidet sich dieOberfläche der Flüssigkeit, durch die reducirende Einwir-