Liillirohr.
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der Flamme befindet. Hat man einen sehr leinen Drath,so sieht dieser aus, als wäre er aufgeschwollen um dieDicke mehrerer Durchmesser, und diese scheinbare Auf-schwellung, welche eine Erscheinung ist von gleicher Artmit der, als wenn z. B. die Fixsterne einen bestimmtenDurchmesser zu haben scheinen, nimmt in dem Grade zu,je mehr man der Stelle näher kommt, wo die untere blaueKante der Flamme aufhört, so dafs der Punkt, wo dieLuft mit ihrem ganzen Sauerstoffgehalt die Flamme trifft,die heilseste Stelle ist. Wenn wir nun mit der Spitzeeines Löthrohres Luft mitten in die Flamme hineinbla-sen, wie es Fig. 13. vorgestellt wird, so erscheint vorder Oeffnung des Löthrohrs eine lange und schmale blaueFlamme ac, welche dieselbe ist, wie ac in Fig. 12.,aber nur ihre Form geändert hat, so dafs sie nun mittenin einen kleineren Raum concentrirt ist und einen schma-len Cylinder bildet, anstatt dafs sie vorher eine Hülse umdie Flamme war. Vor der Spitze dieser blauen Flammeist der heilseste Punkt, gleichwie in der freien Flamme,aber in dieser bildet er einen ringförmigen Gürtel um dieFlamme herum, in jener hingegen ist er in einem Punktezusammengedrängt; er wird daher weit heifser, schmilztund verflüchtigt Stoffe, auf welche die freie Flamme we-nig oder gar nicht wirkt. Hierauf gründet sich nun diehohe Temperatur, welche man durch das Löthrohr be-wirken kann; man läfst hier auf einem kleinen Fleck in-nerhalb der Flamme das geschehen, was sonst ausgebrei-tet auf der ganzen äufsern Seite derselben vor sich geht,gerade als wenn man das Aeufsere der Flamme nach in-nen wendete. Uebrigens trägt der umgebende Theil derleuchtenden Flamme noch dazu bei, die Ableitung dererregten Hitze zu verhindern.
Es erfordert eine lange Uebung, ehe man mit Sicher-heit sieht, wo die stärkste Hitze ist, denn ungleiche Kör-per geben beim Glühen ungleiche Scheine von sich, undman mufs sich nicht vom Lichte täuschen lassen. Es istnämlich nöthig, weder zu stark noch zu schwach zu bla-sen, weil im erstem Falle die Hitze durch den überflüs-