8S8 Kansliciren. Kitt.
tet: eine Flüssigkeit bis zu einer gewissen Consistenz ab-dampfen.
Kausticiren , — einem Alkali oder einer alkali-schen Erde die Säure entziehen, womit es zu einem (amgewöhnlichsten zu einem kohlensauren) Salz verbunden ist,und es in ungebundener Gestalt darstellen, in welchemZustand dasselbe, wegen seiner zerstörenden Wirkung aufThierstoffe, kaustisches Alkali (oder kaustische Erde) ge-nannt wird.
Kitt, Verkitten. — Wenn eine Retorte mit einerVorlage so verbunden werden soll, dafs Nichts durch dieFuge verloren geht, so wird diese gewöhnlich mit einemKitt überstrichen, den man auch Lutum, und das Ver-fahren Lutiren, zu nennen pflegt. Ist der Retortenhalszu schmal, um in die Oeffnung des Kolbens gerade zupassen, so umwindet man ihn mit Werg oder Papier,welches man etwas anfeuchtet und sehr dicht anlegt. Diezu Vorlagen dienenden Kolben müssen an ihrer Mündungetwas ausgeweitet, und die scharfe Kante des Glases miteiner Feile abgerundet sein. Die am Halse nach Innensich erweiternden Kolben sind sehr schwer so anzuluti-ren, dafs die Vereinigung dicht hält. Die Art des Kitts,womit die Fuge verklebt wird, richtet sich nach der Na-tur des Destillats. Bei der Destillation von Wasser, Essigoder Spiritus braucht man bei Glasgefäfsen die Stelle derZusammenfügung nur mit einer feuchten Blase zu umbin-den, und bei kupfernen Gefäfsen nur mit Mehlkleister zuverkleben. Die Kitt-Arten, unter denen man für die ver-schiedenen Fälle zu wählen hat, sind folgende:
a) Kon Leinsaamenmehl. Man vermischt das Mehlmit Wasser zu einem dicken Teig, den man gut durch-arbeitet, damit er gleichförmig und zusammenhängendwerde, und streicht ihn dann einigermafsen dick auf.Dieses Lutum macht sogleich dicht, erhärtet bald, undwidersteht Säuren, Ammoniak u. a., verträgt aber natür-licherweise keine so starke Hitze, wobei es sich verkohlt.Es wird noch fester, wenn man, statt reinen Wassers,Milch, Kalkwasser oder schwaches Leimwasser nimmt.