878
Glasblasen.
Um das Ende einer Röhre trichterförmig auszublasen,bläst man zuerst eine Kugel aus, erhitzt dann ihre obereHälfte oder Drittheil, und bläst diefs nun mit aller Kraftaus, wodurch man eine Blase von so dünnem Glas er-hält, dafs es bei der leisesten Berührung zerbricht und mitHinterlassung eines ausgebogenen Randes hinweggenommenwerden kann, dessen Unebenheiten in der Flamme geebnetwerden. Für die nähere Ausführung von allem diesemgebe ich keine ausführlicheren Vorschriften, weil sich soetwas nicht in einem Buche, sondern nur durch Uebunglernen lälst, nachdem man vorher einem geübten Bläserbei diesen Arbeiten zugesehen hat.
Um Kolbenhälse oder dickere Röhren auszuweiten undihnen einen umgebogenen Rand zu geben, erweicht mandiesen, nach vorsichtiger Erwärmung, in der Flamme,und schweift ihn alsdann, vermittelst einer runden undnach Behuf mehr oder weniger stumpf zugespitzten Kohle,Fig. 9., aus. Hierzu eignen sich ganz vorzüglich solcheKohlen, die unverbrannt durch den Hohofen in das Ge-stelle hinunter gefallen sind. Sie sind gewöhnlich hart,dicht, etwas wärmeleitend und brennen schwer, so dafssie sich weder an dem halbgeschmolzenen Glase entzün-den, noch an demselben anhaften, wie es mit gewöhn-lichen Kohlen oft der Fall ist, besonders wenn man dieAusschweifung machen mufs, während sich das Glas nochim Feuer befindet. Hat man diefs bei kleinen, vor derLampe geblasenen Flaschen und Kölbchen zu machen, sobedürfen diese gewöhnlich einer so lange vorhergehenden,vorsichtigen Erhitzung, dafs man sie an der Kugel nichtmehr halten kann; alsdann bedient man sich hierzu eineseignen, Fig. 10., abgebildeten Instruments, welches auseinem dicken Stahldrath besteht, an dessen einem Endeeine kleine Schaale von dünnem Eisenblech befestigt ist.Um ein Stück des Draths sind ein Paar andere feinereStahldräthe gewunden, deren freie Enden vor der kleinenSchaale umgebogen und mit Oehren versehen sind. Durchletztere wird der Hals des Kölbchens geführt, währenddie Kugel gegen die Schaale gestützt ist. Die um den