Glasschleifen. Glassprengen. 879
dickeren Drath gewundenen Dräthe müssen beweglich sein,so dafs sie so weit heruntergeschoben werden können, dafsdurch den Druck dieser Arme die Kugel in der Schaalefestgehalten wird.
Glasschlei, fen — gehört ebenfalls zu den Gegen-ständen, die in einem Laboratorium müssen vorgenommenwerden können. Man hat Pfropfen auf Flaschen einzu-schleifen (siehe Pfropfen), die Ränder von Glocken oderTrichtern, so wie ganze Glasscheiben, eben zu schleifen,und Retorten und Vorlagen durch Schleifen in einanderzu passen, statt zu lutiren. Zu diesem Endzweck hatman sich mit drei etwas runden und ebenen Platten vonBlei oder Kupfer, von S bis 10 Zoll Durchmesser, zu ver-sehen, auf denen das Glas mit Sand oder Schmirgel undWasser geschliffen wird, zuerst mit gröberem, und dar-auf mit feinerem von zwei Sorten. Man schleift stets mitderselben Schmirgelsorte auf derselben Scheibe, und wäschtdas Glas gut ab, wenn man es von der gröberen auf diefeinere bringt, denn sonst ist man nie vor Ritzen sicher.Eben geschliffene Glasscheiben braucht man, um sie aufeben geschliffene Trichter zu legen, und diese dadurchluftdicht zu verschliefsen, so dafs die in dem Filtruin be-findliche Substanz mit einer Flüssigkeit übergossen wer-den kann, die längere Zeit auf sie wirken soll, ohne da-bei abzufliefsen, da es durch die aufgelegte Glasscheibeverhindert ist. So wie man sie abnimmt, fängt das Fil-triren an. Eben so ist es bei Gasversuchen häufis amvortheilhaftesten, die Mündung der Glocken eben geschlif-fen zu haben, um sie mit einer gleichfalls eben geschlif-fenen Glasscheibe verschliefsen zu können.
Glassprengen. — Oft ist es nothwendig, den Halseines Glaskolbens zu verkürzen, und recht nützlich ist es,aus zerbrochenen Kolben- und Retortenkugeln noch Ab-dampfschaalen aussprengen zu können; alles diefs erfor-dert seine kleinen Handgriffe. — Zur Ab'sprengung vonsehr dickem Glas, z. B. dicken Kolbenhälsen, wendet manSprengeisen an, wie Fig. 11. Taf. III., von denen manmehrere mit verschieden grofsen Ringen haben mufs. Man