Alchemie.
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einen weifsen, strahligen Metallklumpen ab, der in einemoffenen Tiegel so lange gebrannt wird, als er noch raucht,worauf das Gold zuriickbleibt. — Jeder, der nur einiger-maßen in der Chemie zu Hause ist, ahnet schon, woraufhierbei der Betrug beruht. Crocus martis oder rothes Ei-senoxyd und Zinnober können nämlich beide mit grofsenMengen von Goldpurpur gemengt werden, ohne dafs diefs,wenigstens von ungeübten Augen, zu entdecken wäre. WirdGoldpurpur, der sehr viel Zinn enthält, mit Schwefelanti-mon zusammengeschmolzen, so wird das Gold vom Zinnganz auf dieselbe Weise geschieden, wie ich es beim Ab-treiben des Goldes mit Antimon an seinem Orte erwähnthabe, und nach dem Wegrauchen des Antimons bleibt dasGold zurück, aber von bedeutend geringerem Gewicht,als das angewendete rothe Pulver betrug.
Das am allgemeinsten angegebene Rezept zum Gold-machen ist folgendes: Man digerirt Quecksilber mit Grün-spahn, Vitriol, Salz und starkem Essig in einem eisernenTopf, und rührt mit einem Eisenspatel so lange um, bisdas Quecksilber so dick wie Butter geworden ist, woraufman es herausnimmt und abwäscht. Das noch flüssigeQuecksilber wird durch sämisches Leder ausgeprefst unddie ausgeprefste Masse, die ein Amalgam von Kupfer ist,in kleine Kuchen geformt, die man in einem Tiegel miteinem Gemenge von gleichen Theilen gepulverter Cur-cumae und Tutia cementirt; den Tiegel erhitzt man dar-auf vor einem Gebläse. Nach beendigtem Versuch fin-det man auf dem Boden des Tiegels einen gelben Regu-lus, welcher das gewünschte Gold ist. Die Curcumae re-ducirt die Tutia, welche ein unreines Zinkoxyd ist, unddas Kupfer im Amalgam vereinigt sich mit dem Zink zuMessing. — Von ähnlicher Beschaffenheit sind alle an-geblichen Darstellungen des Goldes gewesen, und wir dür-fen uns nicht verwundern, dafs Betrügereien, die nun sooffen vor uns liegen, unsere Vorfahren hinter’s Licht füh-ren konnten, da damals die Chemie von so Wenigen ge-trieben wurde, und selbst das Bekannte unzureichend war,mit Gewißheit dergleichen Betrug zu entdecken.