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4,2 (1831) Chemische Operationen und Geräthschaften, nebst Erklärung chemischer Kunstwörter in alphabetischer Ordnung
Entstehung
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Abgiefscn.

Vorlage, C., enthalten. Aus einer gewöhnlichen Gasent-wickelungs-Flasche A. leitet man, wie Fig. zeigt, durcheine Röhre das in A. entwickelte Gas bis nahe über dieOberfläche der Flüssigkeit. Die Röhre geht luftdicht durcheinen Kork, und das Gas streicht durch die in dem Tu-bulus der Vorlage angebrachte Röhre D. aus dem Appa-rat. Die Retorte wird beliebig auf gewöhnliche Weiseerhitzt. Das hineingeleitete Gas führt die Wasserdämpfeweit schneller ab, als es durch blofse Destillation ge-schieht. Auf diese Weise verdunstet man Auflösungenvon Schwefelbasen und Schwefelsalzen, und überhauptvon Substanzen, die sich in der Luft leicht oxydiren,die man aber doch nicht unter die Luftpumpe bringenwill, weil sie durch Entwickelung von flüchtigen undcorrodirenden Substanzen die Luftpumpe oder ihre Ven-tile verderben könnten.

Abgiefsen. Bei chemischen Versuchen eine Flüs-sigkeit aus einem Gefäfse in ein anderes so gießen zu kön-nen, dafs nichts verloren geht, ist eine Kunst, ohne dieman keine analytische Untersuchung anstellen kann. DieSchwierigkeiten beim Abgiefsen bestehen darin: 1) dafsauf dem Rande des Gefäßes, aus dem man giefst, einTropfen hängen bleiben kann, der beim Wiederhinstellendes Gefäßes an der Außenseite desselben herunterfließt,verloren geht und eine Arbeit verdirbt, auf die man schonviele Zeit verwendet hatte; oder auch dafs die Flüssig-keit beim Ausgiefsen nicht vollständig vom Glase abfließt,sondern zum Theil an der Außenseite herunterläuft. Wennauch dabei nichts wegfliefst, so ist doch die Arbeit schondadurch verdorben, dafs man nach geschehenem Ausgie-fsen das, was auf dem Glase hängen bleibt, nicht voll-ständig wieder haben kann. Dieser letztere üble Umstandfindet statt, wenn das Glas senkrechte Wände hat, oderwenn es zu voll ist, so dafs die äußere Seite desselbenmit dem Strahle des herausfließenden Liquidums einenspitzen Winkel macht. Am besten läßt sich dem Vor-beugen durch Anwendung von Gläsern mit einer vor-tbeilhaften Gestalt. Die Glasgefäfse, welche sich am be-