Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Coccusroth.

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Cochenille zugesetzt; das Gemische wird, unter beständigemUmriihren mit einem Glasstabe, 5 Minuten lang kochengelassen, und darauf 5 Scrupel fein geriebener, vollkom-men eisenfreier Alaun zugemischt. Mit dem Kochen wirdnun noch 2 Minuten lang fortgefahren, der Kessel dar-auf vom Feuer genommen, und die Masse bedeckt klärengelassen. Sobald diefs geschehen, wird das Klare nochwarm in Schaalen von Glas oder Porzellan abgegossen,die man, vor Staub geschützt, einige Tage lang stehenlälst. Der Alaun schlägt alsdann nach und nach den Farb-stoff in Verbindung mit der thierischen Materie und et-was Thonerde, die jedoch nicht wesentlich zur Farbe ge-hört, nieder. Den Niederschlag bringt man alsdann aufdas Filtrum, wäscht ihn aus und trocknet ihn im Schat-ten. Mit Zusatz von Weinstein und Zinnsolution bereitetman ebenfalls Carminarten. Ich gebe hier weiter nichtsdarüber an, da die Vorschrift dazu nicht genau ist; dasVerfahren selbst mufs, wenn die Farbe denjenigen höch-sten Grad von Schönheit erlangen soll, der ihr eigentlichden höheren Werth gibt, von Kunst-Erfahrenen gelerntwerden. Einen anderen Carmin macht man so, dafs manzum Cochenille-Decoct ein wenig Pottasche, und daraufeisenfreien Alaun setzt, die Flüssigkeit, nachdem sie sichgeklärt, abgiefst, aufkocht und mit einer Lösung von Hau-senblase in Wasser vermischt, wobei sich der Carmin indem sich bildenden Schaum absetzt. Man nimmt alsdannden Kessel vom Feuer, läfst die Masse sich klären, filtrirt dieFarbe ab und wäscht sie aus; sie mufs sich zwischen denFingern zerreiben lassen. Der Carmin ist die schönsterotlie Malerfarbe; auch ist er sehr theuer. Der Farbstoffläfst sich daraus durch Ammoniak ausziehen. Der bestelöst sich dabei, nur mit Hinterlassung von ein wenig Thon-erde, gänzlich auf. Andere Sorten lassen einen rothenThierstofF ungelöst, der entweder Leim oder die eigenethierische Materie der Cochenille zu sein scheint. DieLösung in Ammoniak läfst sich als eine schöne Saftfarbebenutzen, hat aber stets einen Stich in Purpurfarben.

Den Carminlack erhält man, wenn Cochenille-Decoct,