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Cochenille.
Pelletier und Caventou erwähnen eines löslichenThierstoffs in der Cochenille, wonach es scheinen könnte,als enthielte sie nur einen einzigen; allein sie enthält meh-rere. Davon sind einige in Alkohol löslich, und bleiben,nach Ausfällung des Farbstoffs durch Bleizucker aus demin Wasser gelösten Alkoholextract, als eine saure, extract-artige Substanz zurück, so völlig ähnlich dem Alkoholex-tract von Fleisch, dafs man nur auf die gröfste Analogiezwischen beiden schliefsen kann. Ferner enthält der inAlkohol unlösliche Theil eine in kaltem, und eine in ko-chendem Wasser lösliche thierische Substanz, von denendie eine durch Säuren gefällt wird und bei der techni-schen Zubereitung des Farbstoffs eine grolse Rolle spielt.
Nach Auskochung der Cochenille mit Wasser, bleibteine, stellenweise ungefärbte, meist bräunliche, durchschei-nende, schleimige Substanz zurück, die einen Theil derBedeckung des Insectes gebildet zu haben scheint, und diein den meisten Lösungsmitteln, selbst in verdünntem kau-stischen Kali, unlöslich ist, welches letztere nur Farbstoffdaraus auszieht und sie noch schleimiger zurücklälst. DieseSubstanz scheint zu derselben Art von Thierstoffen, wiedie Knochen der Knorpelfische und die Materie in den in-dianischen Schwalbennestern, zu gehöi'en.
Die Cochenille wird zur Bereitung von Malerfarbenund zum Färben von Wolle und Seide angewendet. Manbedient sich hierzu ihres Decocts, welches, aufser dem Farb-stoff, eine thierische Substanz enthält, die sich bei Zu-mischung von Säuren niederschlägt und den Farbstoff mitsich nimmt, welcher in diesen Verbindungen weit schö-nere Nüancen, als er für sich hat, annimmt. Die davonbereiteten Farben sind Carmin, Carminlack oder Florenti-ner Lack, und eine rötbe Auflösung zum Schreiben. Indemich hier einige allgemeine Angaben über ihre Bildung mit-theile, kann es keineswegs meine Meinung sein, techni-sche Vorschriften zur sicheren Bereitung dieser Farben zugeben. Den Carmin erhält man folgendermaßen: 12 Pfundfiltrirtes Regenwasser werden in einem zinnernen Kesselzum Kochen gebracht, und alsdann 4 Unzen fein geriebene