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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Moschus.

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Er wird theils als Geruchmittel, vorzüglich aber inder Heilkunde angewendet, und man hält ihn für ein ganzvorzügliches inneres Heilmittel. Auch ist er sehr theuerund darum häufigen Verfälschungen unterworfen. Der imHandel vorkommende ist theils aus China, der sogenanntetunkinesiscbe., und ist stets für den besten gehalten wor-den, theils aus Sibirien, der sogenannte kabardinische, derlange Zeit für so bedeutend schlechter gehalten wurde, dafsman seine Anwendung in den Apotheken nicht gerne zu-liefs; allein in neuerer Zeit ist aus Sibirien eben so guterMoschus, wie aus China, erhalten worden. Die Güte desMoschus beruht hauptsächlich darauf, dafs er von Thierenvon mittlerem Alter, und weder von zu jungen, noch zualten genommen worden sei. Hinsichtlich der so häufigenVerfälschung des Moschus ist zu bemerken, dafs alle Mo-schusbeute], an denen man bemerkt, dafs sie zusammenge-näht sind, offenbar verfälscht sind. Jeder ächte Moschusbeu-tel hat zwei kleine Oeffnungen, von denen die eine in denMoschus, die andere in die Harnröhre geht. Zuweilen sinddiese Oeffnungen so zusammengezogen, dafs man sie nurschwer auffindet; fehlen dieselben aber wirklich, so ist derMoschusbeutel falsch. Die Beutel sind von verschiedenerGröfse, von 1 bis 2i Zoll Durchmesser und mehr oder we-niger rund. Sie sind mit gelben oder gelbbraunen, in derMitte sich concentrisch vereinigenden, steifen Haaren beklei-det. Auf den Beuteln von älteren Thieren sitzen sie dünner,sehen abgenutzt aus und haben eine dunklere Farbe. Einegrofse Menge kleiner rundlicher Körner im Innern, ist einsicheres Kennzeichen von gutem Moschus; auch dürfen mitdem Microscop keine faserigen Theile zu entdecken sein.Sein Geruch mufs ganz ohne verdorbenen oder fauligenNebengeruch sein. Das sicherste chemische Kennzeichenvon gutem und unverfälschtem Moschus besteht darin, dafser sich in kochendheifsen Wassers löst, dafs diese Lö-sung bis fast zur gänzlichen Farblosigkeit von Säuren, be-sonders Salpetersäure, niedergeschlagen, und dafs sie vonBleizucker und Galläpfelinfusion, aber durchaus nichtvon Quecksilberchlorid, gefällt werde. Die Asche