Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
604
Einzelbild herunterladen
 

604

Krankheits-Producte.

Wirkung darauf. Diefs häutige Gewebe kam demzufolgeam nächsten mit dem überein, woraus die Gefäfse derabsondernden Organe bestehen (vergl. das Gewebe derNieren).

Kysla (Tumor cysticus) wird eine weiche, an gewis-sen Stellen des Körpers aufwachsende Masse genannt, dieanfangs nur eine kleine, weiche Erhöhung bildet und nach-her beständig zunimmt. Sie entsteht nämlich aus einerZelle im Zellgewebe, deren innere Seite sich hierbei inein Secretionsorgan umwandelt, und nun beständig eineeigene Flüssigkeit absondert. Diese ist zuweilen schleimig,und fast klar, zuweilen mit einem körnigen Coagulum ge-füllt. Eine solche Flüssigkeit ist von Collard de Mar-tigny untersucht worden. Die Geschwulst sal's zwischendem Mastdarm und der Gebährmutter. Die Flüssigkeithatte eine schmutzig - hellgelbe Farbe, syrupartige Consi-stenz, liefs sich in Fäden ziehen, roch fade, und war un-klar, aber ohne körnige Beschaffenheit. Nach dem Ver-dunsten bei -{-40° hinterliefs sie 12,8 p. C. bräunlichenRückstand; er roch fade leimartig, hatte glasigen Bruch,erweichte in Wasser, ohne aufzuquellen oder sich aufzu-lösen, und roch beim Erhitzen nach gebranntem Horn.Die syrupdicke Flüssigkeit liefs sich vollkommen mit Was-ser vermischen und konnte nicht durch Concentration zumGelatiniren gebracht werden. Alkohol schlug daraus einegelbe, dichte, elastische, wieder in Wasser lösliche Massenieder. Sie wurde von verdünnten Säuren gefällt, unddieser Niederschlag durch mehr Säure wieder aufgelöst.Von Alkali, schwefelsaurem Eisenoxydul oder Eisenoxydwurde sie so wenig, wie von salpetersaurem Silberoxydgefällt; gefällt wurde sie aber von salpetersaurem Queck-silberoxydul, von Platinchlorid, von Jodtinctur und vonGalläpfelinfusion. Diese Niederschläge waren gelb. Dermit dem Quecksilbersalz wurde bald graublau, und dermit Jod war in Wasser unlöslich, zum Beweis, dafs ernicht vom Alkohol der Tinctur bewirkt wurde. Als dieseFlüssigkeit zur Trockne verdunstet wurde, verlor der Rück-stand seine Löslichkeit in Wasser. Auch war er in Alko-