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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Milch.

durch hineingeworfene Pottasche in Blut zu verwandeln.Von den Hydraten der alkalischen Erden gerinnt die Milch,indem sie sich sowohl mit dem Butterfett, als mit dem Kä-sestoff vereinigen. Auch mehrere Salze gerinnen die Milch,wenn sie in grofser Menge zugesetzt werden. Alle Erd-und Metall-Salze, welche eine Lösung von Eiweifs fällen,gerinnen auch die Milch. Eben so coagulirt auch die Milchdurch einige Pflanzenstoffe, besonders Gerbstoff. Von Pin-guicula vulgaris wird die Milch beim Sauerwerden solang, dafs sie sich in Fäden ziehen läfst, und diese Eigen-schaft überträgt solche Milch auch auf andere frische, wennman sie damit vermischt. Hölzerne Gefäfse, worin ein-mal die Milch lang geworden ist, behalten beständig dieEigenschaft, die Milch lang zu machen, und lassen sich nurschwierig, ohne gänzliche Auseinandernehmung und Rei-nigung jeder einzelnen Fuge, wieder rein bekommen. Ineinigen nördlichen Provinzen Schwedens wird diese MilchTätrnjölk genannt und als Nahrungsmittel gebraucht.

In Folge mancher zufälligen Umstände kann die Milchin ihren Eigenschaften veränderlich sein. Gleich nach derGeburt, wenn ihre Secretion beginnt, hat sie eine ganzandere Beschaffenheit, als später; sie wird alsdann Colo-strum genannt. Das Colostrum von Frauen ist wie eindünnes Seifenwasser, und auf seiner Oberfläche setzen sicheinige ölartige Flocken ab. Es ist undurchsichtig, wirdin der Luft lang, leicht sauer und fault. Nach Meggen-hofens Untersuchung enthält es mehr Salze als gewöhn-liche Milch, deren Menge in dem Grade abnimmt, als esdie normale Beschaffenheit der Milch annimmt. Das Co-lostrum der Kühe ist dunkelgelb, dick, schleimig, zuweilenmit feinen Blutstreifen vermischt. Es enthält sehr wenigFett und gibt schwache Spuren von Rahm, aus welchemdurch Schütteln keine Butter zu erhalten ist. Beim Er-wärmen des Colostrums gesteht es gänzlich, und ohne Ab-scheidung einer Flüssigkeit, wie Eiweifs, zu einer weifsenMasse, die aber weicher als Eiweifs aus Hühnereiern ist.Vermischt man es vor dem Erhitzen mit dem 6 fachen Ge-wicht Wassers, so coagulirt es in einzelnen Flocken. Auchdurch Alkohol gerinnt es, allein nicht durch Lab bei der