Fett.
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ff. Fett.
Bei jedem gut genährten warmblütigen Thier ist einenicht unbedeutende Menge Fett an den vorher genanntenStellen im Zellgewebe abgesetzt. Ueber die Bildung desFettes hat man sich schon vielerlei Vorstellungen gemacht.Seine Unlöslichkeit in Wasser schien zu beweisen, dafs da,wo es sich findet, es auch gebildet sein müsse; allein imVorhergehenden haben wir gesehen, dafs fast alle Flüssig-keiten des Körpers Fett im aufgelösten Zustand enthalten.Häufig findet es sich zwar darin in Gestalt fetter Säuren,allein das in dem Zellgewebe sich absetzende Fett ist ingesundem Zustand niemals sauer. Ein Theil des Fetteskommt mit der Nahrung in den Körper, ein anderer bil-det sich erst aus der genossenen Nahrung, und wenn demKörper Nahrung entzogen wird, verschwindet es allmäh-lig, während alle Umstände dafür zu sprechen scheinen,dafs es in der Oekonomie des Körpers zum Ersatz dermangelnden Nahrung verwendet werde. Daher fängt auchjede Abzehrung mit dem Verschwinden des Fettes aus demZellgewebe an.
Das Fett ist bei den verschiedenen Thieren von unglei-cher Beschaffenheit; die fetten Oele des Thierreiche3 sind,wie die des Pflanzenreiches, in ihren Eigenschaften ver-schieden. Die Verwandtschaft zwischen den Thierklassenbegründet auch die Verwandtschaft zwischen dem Fette.Das Fett vom Menschen und von den Raubthieren gehörtzu der Klasse von Fetten, die wir in der Haushaltungs-sprache Schmalz nennen, während das Fett der Pecora densogenannten Talg ausmacht. Bei einem grofsen Theil derAmphibien und Fische ist das Fett bei gewöhnlicher Luft-temperatur flüssig.
Bei allen besteht es aus Stearin und Elain, d. h. ausmehreren, in der Schmelzbarkeit verschiedenen Fettarten.Allein was bei den ungleichen Fettarten Stearin oder Elaingenannt wird, ist keineswegs als völlig gleichartig zu be-trachten, sondern ist, durch ungleiche Löslichkeit in Al-kohol, im Geschmack, Geruch u. a. von einander verschie-den. Ob diese Ungleichheiten von einer wirklichen Ver-