492 Sehnen und Aponevrosen.
mochte es die Natur, einen Muskel weit von einem Punkt,auf den er wirken soll, zu befestigen und dadurch denKörpertheilen bequeme und passende Formen zu geben.
Aponevrosen werden eine Art von Scheiden ge-nannt, welche einen oder mehrere Muskeln umgeben unddiesen dadurch Stütze und Starke verleihen. Ihr Gewebekommt, sowohl in den äiil'seren Eigenschaften als in der Zu-sammensetzung, vollkommen mit dem der Sehnen überein.
G. Zellgewebe.
Zellgewebe (Tela cellulosa) wird ein eigenes, imganzen Körper verbreitetes, und seine sämtnllichen Or-gane umgebendes Gewebe genannt, welches gewisserma-i'sen die Stelle eines Einpackungsmittels vertritt, womit alleZwischenräume ausgefüllt werden, so dals kein leerer Raumbleibt. Diese Substanz scheint es zu sein, welche sich beimFötus zuerst bildet, und in welcher sich nachher die übri-gen Organe des Körpers allmählig ausbilden. Die Mei-nungen der Anatomen über seinen physischen Zustand imKörper sind getheilt. Die meisten halten dasselbe für einhäutiges, weiches, von Wasser aufgeweichtes Gewebe ausfeinen Faden und aus dünnen, durchsichtigen Lamellen, dieso mit einander vereinigt seien, dafs daraus kleine, miteinander in Verbindung stehende Zellen gebildet werden.Diese Zellen sind nicht sichtbar, können aber mit Luft ge-füllt werden, so dafs sich das ganze, über den Körper ver-breitete Zellgewebe von einer einzigen Stelle aus aufblasenläfst. Es hätte dann mit der Blasenmasse einige Aehnlich-
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keit, welche durch Einblasen in Seifenauflösungen entsteht.Andere dagegen, und namentlich Bordeu, Wolff undMeckel, betrachten dasselbe als einen, zwischen die Kör-perlheile gelegten Schleim, dessen häutige und zellige Na-tur erst durch Einflufs von Luft und der darin einfiltrir-ten Flüssigkeiten entstehe, indem sich dadurch blasenför-mige, vorher nicht vorhanden gewesene Räume bilden.
Die verschiedenen Meinungen drehen sich darum, dafsdie einen das Zellgewebe als einen äufserst weichen undbiegsamen Körper, und die anderen als einen in Wasser