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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
462
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4fi2 Die Ligamente.

oder Gerbstoff gefällt. Sie enthält eine Substanz in Auf-lösung, von der Brande sagt:in ihren natürlichen undursprünglichen Eigenschaften gleicht sie am meisten demSchleim, läfst sich aber unter gewissen Umständen in Mo-dificationen von Leim und Eiweifs verwandeln. DabeilieFe sich jedoch erinnern, dafs sie sich gewifs auf keineWeise in eine der letztem verwandeln läfst.

D. Die Ligamente.

Unter Ligamenten oder Bändern verstehen die Ana-tomen mehr oder weniger bandförmige Membranen, dazubestimmt, gewisse Theile in fester und unverrückter Lagezu erhalten. Sie befinden sich meist an den Gelenken,wo sie verhindern, dafs sich die Knochen in einer ande-ren Richtung, als der des Gelenkes, bewegen, und demGelenke Stätigkeit und Festigkeit geben. Die Bänder sindwenigstens von zweierlei Zusammensetzung. Die einen,zu starkem Widerstand bestimmt, bestehen aus einem leim-gebenden Gewebe, welches im Kochen erweicht, durch-sichtig wird und sich allmählig zu Leim auflöst, wie manschon an dem erweichten, oft ganz aufgelösten Zustandbemerken kann, in welchem man diese Substanz auf ge-kochtem oder gebratenem Fleisch findet.

Die anderen dagegen sind von anderer Art, habengrofse Elasticität und ersetzen hierdurch die Muskelkraft,indem sie sich, nach dem Ausdehnen, wieder von selbstzusammenziehen. Von der Art ist das Ligamentum nu-chae, welches zum "Erheben des Kopfes bei den Pecoraund Belluae beiträgt; ferner die Ligamente, welche dieKlauen in die Tatzen der Raubthiere zurückziehen, dieLigamenta flava zwischen den Wirbelknochen beim Men-schen , vielleicht auch die ligamentenartigen Gebilde inder Luftröhre u. a. Nach der Vermuthung der Anatomen,bestehen diese Bänder aus demselben Gewebe, wie diefaserige Haut der Arterien, welche Vermuthung sich insofern bestätigt hat, dafs ich durch Versuche ihre Rich-tigkeit für die Ligamenta flava beim Menschen erweisenkonnte. Beim Erhitzen schmelzen diese halb, blähen sich