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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Die Gelenke.

Nase, des Ohres, der Augenlieder und der Luftröhre. Siesind, nach Hinwegnahme der Knorpelhaut, viel spröderals die vorhergehenden, werden bei langem (12stündigem)Kochen in Wasser nicht weich oder durchsichtig, und ver-wandeln sich nicht in Leim. Mir ist keine specielle chemi-sche Untersuchung darüber bekannt, und man weifs durch-aus nicht, ob ihre Masse ihnen allein eigenthümlich oderauch anderen festen Geweben gemeinschaftlich ist.

Die Knorpel heilen nicht, wie die Knochen, wiederzusammen, und abgeriebene Stücke bilden sich nicht wie-der. Ihre Verrichtungen und Endzwecke sind nach denverschiedenen Stellen, wo sie Vorkommen, verschieden.

C. Die Gelenke.

Die Gelenkköpfe der Knochen gleiten in den Gelen-ken gegen einander, welche mit dem eben erwähnten Knor-pel überkleidet und darüber von der sogenannten Kap-selmembran oder Gelenkkapsel umgeben sind, die vonden entsprechenden Gelenkköpfen entspringt und, wie dieserösen Häute, einen Sack ohne OeJfFnung bildet, in wel-chem sich das Gelenk befindet. Aufserdem werden die Kno-chen durch eigene Bänder, die Ligamenta articulatoria, inihrer gehörigen gegenseitigen Lage erhalten.

Die innere Oberfläche der Gelenkhöhle ist mit einerArt seröser Haut, der Synovialhaut, bekleidet, welche sichbeständig feucht und schlüpfrig erhält, in Folge der Ab-sonderung einer eigenen Flüssigkeit, der sogenannten Ge-le nkschmiere, Synovia.

Die chemische Zusammensetzung dieser Flüssigkeit istnoch nicht hinreichend untersucht. Sie ist schleimig wieFiweifs, durchsichtig und gelblich oder röthlich, schmecktschwach salzig und riecht wie Blutwasser. Margueron,welcher darüber die erste Untersuchung mittheilte, gibtan, dafs sie in der Luft allmählig coagulirt und nachhereinen zusammengezogenen, farblosen Kuchen bildet, miteiner Flüssigkeit, welche sich wie Blutwasser verhält. DasGewicht dieses Kuchens betrug bei Marguerons Ver-suchen 12 Procent von dem der Gelenkschmiere, wobei