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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
458
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458 Knorpel.

nem Wasser. Aus dem trocknen Rückstand zog ammo-niakhaltiges Wasser 0,13 aus, wobei sich eine Spur vonMarkfett zeigte, und hinterliefs 0,47 Knochengewebe. Hier-aus folgt, dafs die rothe Flüssigkeit 75,5 Th. Wasser und24,5 fester Materien enthielt. Diese waren durchaus die-selben, welche Wasser aus Fleisch auszieht, nämlich Eiweifs,Farbstoff, Fleischextracte mit freier Milchsäure und milch-sauren Salzen, Kochsalz u. s. w.

Die Zähne enthalten in ihrer Cavität, statt des Mar-kes, eine röthliche, breiige Masse, über deren Zusammen-setzung ich keine Angabe kenne.

B. Knorpel.

Was man im Allgemeinen Knorpel (Gartilago) nennt,ist ein trocknes und elastisches Gewebe, welches nur einigeProcent Knochenerde enthält und bis jetzt hinsichtlich sei-ner chemischen Natur nur sehr wenig untersucht wordenist. Es scheinen hierunter Körper von zweierlei Art Zu-sammensetzung begriffen zu sein, von welchen die dereinen Art dem Knochenknorpel vollkommen analog sind,die der andern dagegen durchaus nicht zu dem leimgeben-den Gewebe gehören.

Die Knorpel sind, wie die Knochen, von einer eige-nen, aus leimgebendem Gewebe bestehenden Haut (Peri-chondrium) umgeben.

a) Leimgebende Knorpel. Diese sind theilssolche, welche zwei Knochen unbeweglich mit einanderverbinden (Synchondrosis), theils solche, welche offenbarnichts anderes als Knochenknorpel sind, deren Ossificationerst in einem höheren Alter anfängt; von der Art sinddie Rippenknorpel, in welchen nach dem 40sten Jahre dieVerknöcherung beginnt, indem sich dabei die mit rotherFlüssigkeit gefüllte zellige Höhlung in ihrem Innern bildet.Sie haben aufserdem dieselbe Art von Faserigkeit in derTextur, wie der Knochenknorpel.

Zerhackt man diese Knorpel fein, und zieht sie mitkaltem Wasser aus, so löst dieses daraus durchaus die-selben Materien wie aus Fleisch und Mark auf, mit dem