454 Die Knochen.
den aus solchem Blute regenerirten Knochen wird dannroth.
Die Knochen gehören zu denjenigen thierischen Thei-len, die sich am längsten unverändert erhalten, und mankann sie, wenn sie nicht zu lange einem nassen Zustandeausgesetzt sind, für eben so unvergänglich wie unorga-nische Körper halten. Wir haben Knochen-Ueberreste vonausgestorbenen Thiergeschlechtern, in denen sich der Kno-chenknorpel noch in dem Zustand befindet, dafs er zu Gal-lert auflöslich ist. Die meisten fossilen Zähne, welchelange Zeit in der Erde abwechselnder Trockenheit undNässe ausgesetzt werden, haben jedoch den gröbsten Theildavon verloren. Indessen wenn man z. B. fossile Elephan-ten-Backzähne brennt, so schwärzt und verkohlt sich derZahnknochen von übriggebliebener thierischer Materie, wäh-rend der davon umgebene Schmelz sich, gerade wie von ei-nem Ochsenzahn, weifs erhält. Gimbernat erzählt, dafs ervon Mammuthknochen vom Ohio Gelee bereitet habe, dieals Speise brauchbar war. Die Thiere, von denen dieseKnochen herrühren, sind wahrscheinlich bei der Revolutionunserer Erde untergegangen, in Folge deren die gegen-wärtige Ordnung der Dinge auf derselben entstanden ist.Die Knochen von sowohl Menschen- als Thier-Mumien ausden ägyptischen Gräbern, haben noch nach 3000 Jahrenihren vollen Gehalt an Knochenknorpel beibehalten. FossileKnochen, von einer untergegangenen riesenhaften Elend-thierart aus Irland, sind von Apjohn und Stokes ana-lysirt worden, welche fanden, dafs sie bei der Behand-lung mit Salzsäure einen richtig beschaffenen Knochenknor-pel zu 4S,S7 Procent vom Gewicht der Knochen hinter-liefsen, in denen sie aufserdem 43,45 phosphorsaure Kalk-erde und Talkerde mit Fluorcalcium, 9,14 kohlensaurenKalk, 1,02 Eisenoxyd, 1,14 Kieselerde (2,38 Verlust) fan-den. Lassaigne fand in den Zähnen vom fossilen Bä-ren, Ursus spelaeus, Knochenknorpel 14, phosphorsaurenKalk 70, und kohlensauren Kalk 16 *). Indessen enthal-
*) Auf Veranlassung der Ackerbau-Akademie untersuchte ich l8l7