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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Das Auge.

cidum fällt, von wo aus die Retina den Eindruck desBildes weiter fortpflanzt und es zur Wahrnehmung einesjeden Wesens bringt, auf eine Art, die wir nicht weitererklären können. Das im Auge sich malende klare Bildder umgebenden Gegenstände kann man sehr gut sehen,wenn man von einem eben getödteten Ochsen ein Augesogleich herausnimmt und die Beobachtung damit anstellt.

Damit sich kein fremdes Licht einmische und die Regel-mäfsigkeit des Bildes vermindere, dringen die Strahlennur durch den Centraltheil der brechenden Flüssigkeitenein, und damit zu dem reinen Bilde keine Abspiegelungvon der übrigen innern Seite des Auges komme, ist dieInnenseite des Augapfels, die hintere Seite des Ciliarkrei-ses und der Iris mit dem schwarzen Pigmente bedeckt.

Wenn dieses fehlt, wie es zuweilen bei den Albinos derFall ist, so wird das Sehen undeutlich. Diese sehen dannam besten in der Dämmerung, weil alsdann die Abspie-gelung zu schwach wird, als dafs sie das Hauptbild un-deutlich machen könnte.

Die Thränen. Wenn die Hornhaut auf ihrer Aufsen-seite trocken werden würde, so würde sie nicht ihre Durch-sichtigkeit behalten können; dem wird aber durch die Thrä-

nen vorgebeugt, welche von einer eigenen Drüse abge-sondert werden, die hinter der äufseren Bedeckung und ,auf der oberen äufseren Seite des Augapfels liegt. DieThränenflüssigkeit fliefst aus ihren Ausführungsgängen un-aufhörlich über die Hornhaut nach dem Rande des unterenAugenliedes zu, welches eine kleine, feine, nach dem in-neren Augenwinkel geneigte Rinne bildet, wohin die Thrä-nenflüssigkeit fliefst, daselbst von einem kleinen Gefäfse,dem Thränenpunkt, aufgesogen und in den Thränensackgeführt wird, aus welchem sie alsdann auf die Schleimhautder Nase geht, sich da ausbreitet und durch den beimAthmen statt findenden Luftwechsel abdunstet.

Es war schwer, diese Flüssigkeit in einer, zu einerUntersuchung hinreichenden Menge zu sammeln, wiewohlsie bekanntlich bei heftigem Kummer oder Freude in sol-cher Menge abgesondert wird, dals sie als Thränen ausIV. 28