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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
431
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Das Auge. 431

ten wäßrigen Feuchtigkeit, und durch die Iris in zweiRäume getheilt.

Die wäfsrige Feuchtigkeit (Humor aqueus) hatdaher ihren Namen, dafs sie nicht in Zellen eingeschlos-sen ist, sondern gänzlich ausfliefsen kann, wenn eine Oeff-nung in die Hornhaut gemacht wird, auf deren innererSeite sie, wie von einer serösen Membran, abgesondertwird. Sie regenerirt sich sehr schnell, während dagegendie Glasßüssigkeit, wenn sie heraus gefallen ist, nicht wie-der hergestellt wird, weil mit ihr das Absonderungsorgan,die Membrana hyaloidea, herausfällt.

Das spec. Gewicht der wäfsrigen Feuchtigkeit ist, nachClienevix, beim Menschen 1,0053, beim Ochsen 1,0038,und beim Schaaf 1,0090. Nach meiner Analyse ist in derwäfsrigen Feuchtigkeit vom Ochsen enthalten:

Kochsalz, mit geringer Spur von Alkoholextract 1,15

Extractartige Materie, nur in Wasser löslich 0,75Eiweiß, kaum eine Spur.

Wasser.98,10

100 , 00 .

Iris wird der gefärbte Ring im Auge genannt, wel-cher bei den Menschen und den Vögeln eine runde, undbei den Säugethieren mehrentheils eine längliche Oeffnungumschließt, welche die Pupille heißt. Die Iris besteht,nach meinen Versuchen, aus Faserstoff, zu Fasern ver-webt, welche wie Radien von dem Umkreise nach demMittelpunkte verlaufen. Sowohl von Essigsäure als vonkaustischem Kali gelatinirt sie zuerst und löst sich dannauf, und diese Auflösungen geben vollkommen dieselbenIleactionen, wie die von den Muskeln. Man hat daherhinreichenden Grund, die Iris als einen Muskel zu betrach-ten, der dazu bestimmt ist, die Pupille, je nach dem Be-darf von Licht, zu vergrößern oder zu verkleinern. Aufder hinteren Seite ist die Iris mit dem schwarzen Pig-ment des Auges bedeckt, und auf der vorderen hat siebei den verschiedenen Thieren verschiedene, mehrentheilslebhafte Farben von blau, gelb, roth oder grün, welche