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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
421
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Das Auge. 421

Vorkommen, kann natürlicherweise keine Vorschrift gege-ben werden.

Der Harn hat verschiedene technische Anwendungen.Hauptsächlich benutzt man ihn, nach vorhergegangener Fäul-nifs, wobei aus dem Harnstoffe kohlensaures Ammoniakgebildet wird, zur Fabrication von Salmiak, zum Walkendes Tuches, zur Bereitung oder Auflösung verschiedenerFarben in der Färberei. Den Rindviehharn braucht manzur Befeuchtung der Salpetererde auf den Salpeterhihten,indem sich dabei der Stickstoff allmählig zu Salpetersäureoxydirt, und diese sich mit den Basen in der Salpetererdevereinigt; und endlich wind der Harn als eines der bestenDüngungsmittel für die Ackerde benutzt. Mehrere noma-dische Völkerschaften in Amerika sollen den Harn ein-trocknen und verbrennen, um nachher daraus Kochsalzauszuziehen, welches sie nicht auf andere Weise habenkönnen.

Y. Organe der äufseren Sinne.

Die Organe, durch welche wir die Wahrnehmungen desGesichts, Geruchs, Gehörs, Geschmacks und Gefühls erhal-ten, werden Sinnesorgane genannt, und diese Wahrnehmun-gen sind das, was wir äufsere Sinne nennen. Als Verrich-tungen des Nervensystems kann bei ihnen nichts durch dieChemie erklärt werden, und für sie bleibt nur die Unter-suchung der verschiedenen festen Theile und Flüssigkeitenübrig, woraus diese Organe gebildet sind.

A. Das Auge.

Das Auge bildet eine Kugel, auf deren vorderer Seite einStück cper abgesclmitten ist, welches durch ein Stück oderSegment einer kleineren Kugel ersetzt ist, so dafs also dasAuge mitten auf seiner vorderen Seite von diesem hervor-stehenderen und auf den beiden Seiten von den gröfserenKugelsegmenten gebildet ist, welche daselbst, von einereigenen Flaut bedeckt, das sogenannte Weifse des Augesbilden. Die gröfsere Kugel liegt in der Augenhöhle, durch