Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
419
Einzelbild herunterladen
 

419

Analyse.

sägt den Stein, wenn es noch nicht geschehen ist, um dieSchichten von verschiedenem Ansehen von einander tren-nen und einzeln untersuchen zu können. Proben auf derKohle oder einem Platinstreifen vor dem Löthrohre zei-gen, nach den oben angegebenen Kennzeichen der Bestand-theile von Steinen, was man zu suchen hat.

Die Steinmasse wird gepulvert, getrocknet und gewo-gen; darauf mit Aether extrahirt, welcher Fett und harz-artige Materien auszieht, die für sich zu untersuchen sind.

Hierauf kocht man das Pulver in Alkohol, und un-tersucht, was dieser ausgezogen hat.

Hat sich der Stein als einen hauptsächlich aus Harn-säure bestehenden ausgewiesen, so kocht man ihn zu wie-derholten Malen mit "Wasser. Das vom Wasser Aufgelöstekann aus harnsaurem Kali, Natron, Ammoniak und Kalk,kleinen Mengen phosphorsaurer Salze aus dem Harne, undthierischen Materien bestehen. Verdunstet man die Lö-sung bis fast zur Trockne, so setzen sich die harnsaurenSalze ab, können mit Salzsäure zersetzt und ihre Basenbestimmt werden. Das in Wasser Unlösliche wird in ver-dünntem kausLischen Kali aufgelöst. Das hierbei unge-löst bleibende wird auf phosphorsaure Kalkerde, Talkerde,oxalsaure Kalkerde und Kieselerde untersucht.

Die Lösung in Kali wird mit Essigsäure in grofsemUeberschufs gefällt; der Niederschlag gibt, nach dem Aus-waschen und Trocknen, die Harnsäure. Die Auflösungwird im Wasserbade bis zum Verschwunden alles Essig-säuregeruches abgedampft und darauf in Wasser gelöst,wobei Eiweifs, Harnschleim u. dergl. ungelöst Zurückblei-ben. Die Auflösung in Wasser wird mit Galläpfelinfusion,Quecksilberchlorid, Chlorzinn und ähnlichen auf thierischeStoffe geprüft.

Hat es sich erwiesen, dafs der Stein vorzüglich phos-phorsaure Erden enthält, so behandelt man ihn, wie zu-vor, mit Aether, Alkohol und kochendem Wasser, undlöst ihn darauf in Salzsäure auf; die Auflösung wird mitAmmoniak vermischt, bis sich ein Niederschlag zu zeigenanfängt, und darauf mit einer Lösung von oxalsaurem Am-

27 *