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Harn.
3) Harnsaures Ammoniak kommt als alleinigerBestandteil von Steinen, jedoch ziemlich selten, vor, unddann mehr bei Kindern als Erwachsenen. Sie sind gewöhn-lich klein, weifs oder thongrau, mit glatter, zuweilen auchtuberculirter Oberfläche, bestehen aus concentrischen Schich-ten und haben einen erdigen Bruch. Nachdem Fourcroyund Vauquelin das Vorkommen von Steinen aus diesemSalz erwiesen hatten, erklärte W. Brande einige Zeit nach-her ihre Angabe für einen Irrthum, und sagte, dafs harn-saures Ammoniak niemals in Harnconcrementen vorkomme.Das Ammoniak, welches kaustisches Kali aus Harnsteinenentwickelt, rühre, nach seiner Meinung, zuweilen von ein-gemengtem phosphorsauren Ammoniaktalk, aber besondersvon den Ammoniaksalzen des Harns und von Harnstoffher, von denen eine gewisse Menge beim Trocknen desSteines in demselben zurückbleibe und aus dem Harn her-komme, mit dem der Stein beim Herausnehmen durch-tränkt war. Prout zeigte indessen bald die Unrichtigkeitvon Brande’s Angabe, was auch nachher noch von vie-len Andern bestätigt wurde. Harnsaures Ammoniak zu ent-decken, ist sehr leicht. Man zerreibt den Stein zu Pulver,wäscht es mit kaltem Wasser und zieht dadurch Ueber-reste von Harn aus; darauf kocht man es mit vielem Was-ser und löst dadurch das harnsaure Ammoniak auf; dennach dem Verdunsten dieser Auflösung erhaltenen Rück-stand behandelt man mit Salzsäure; hierdurch wird dieHarnsäure abgeschieden und beim Verdunsten der Auflö-sung bleibt Salmiak zurück. Wenn indessen der ganzeStein aus harnsaurem Ammoniak besteht, so ist auf dieseWeise zur Auflösung der Probe viel Wasser erforderlich,man behandelt dann lieber das Pulver sogleich mit Salz-säure. Von dieser Auflösung nimmt man einige Tropfenund versetzt sie mit kaustischem Ammoniak, um zu sehen,ob sie phosphorsauren Ammoniaktalk enthält; das übrigeverdunstet man zur Salzmasse, in welcher man die Gegen-wart sowohl von Ammoniak als Natron dadurch entdeckt,dal’s man die trockne Masse in einer, an dem einen Endezugeschmolzenen Glasröhre sublimirt, wobei sich Salmiak,