300
Federn. Schuppen.
vorhergegangenem Beizen des Haares in einem Bleisalze,dasselbe nachher durch ein Schwefelalkali zu schwärzen,weil das Blei nicht eindringt und die Schwärze sich nach-her immer wieder abwaschen läfst.
Haare und Wolle, von Fett befreit, können wie dieLeinen- und BaumwoIIen-Faser eine Menge von organi-schen Farbstoffen auf sich befestigen; die Befestigung die-ser Farben macht einen wichtigen Gegenstand der Färbe-kunst aus.
Das Haar ist dazu bestimmt, dem Körper die Wärmezu erhalten. Auch ist es der schlechteste bekannte Wär-meleiter, und so wie die einzelnen Haare in kurzen Ab-ständen von einander befestigt sind, bilden sie zwischensich eine Schicht von halb eingeschlossener erwärmter Luft,welche noch mehr den Temperatur - Einflufs der umge-benden Luft verhindert.
Die mannigfaltigen technischen Anwendungen derHaare als Wolle, Pferdehaare, Borsten u. s. w., sind all-gemein bekannt.
Die Federn sind bei den Vögeln, was die Haare beiden Säugethieren. Auch scheint ihre Substanz dieselbe wiedie der Haare zu sein, und John will sie damit identischgefunden haben. Die Farbe der Federn, wiewohl mei-stens von einer färbenden Materie herrührend, welche derder Haare analog ist, ist doch w r eit lebhafter als bei letz-teren und ist häufig zugleich mit einem ähnlichen Farben-spiel verbunden, wie es auf fein gestreiften Oberflächen,z. B. beim Perlmutter, auf fein gestreiften Metallknöpfenu. dergl., sichtbar ist. Die Federn der Wasservögel wer-den nicht nafs, sie nehmen das Wasser nicht an, und dieFederfasern einer jeden einzelnen Federfahne legen sichso zusammen, dafs jede Feder wasserdicht ist und sichwasserdicht auf die darunter liegende auflegt, so dafs derKörper nicht nafs werden kann. Die Federn sind wahr-scheinlich die die Wärme am schlechtesten leitende Be-deckung/die es gibt.
Die Schuppen der Amphibien scheinen aus derselbenchemischen Substanz, wie Horn und Haare, zu bestehen.