301
Fett-Absonderung auf der Harrt.
Jedoch sind sie weniger dazu bestimmt, die Ableitung derKörperwärme zu verhindern, sondern sind vielmehr alsSchilde zu betrachten, welche die darunter liegende wei-che Hautbedeckung gegen äufsere Gewalt schützen. DieFischschuppen sollen weiter unten angeführt werden.
d. Die Haut-Absonderungen sind von zweierlei Art:Die fettige Materie und die eigentliche Haut-Ausdunstung.
Die fettige Materie oder Hautschmiere. Ober-haut, Haare und Federn sind fortwährend mit einem Fettversehen, welches bewirkt, dafs sie sich in einem gewis-sen Grade nicht mit Wasser benetzen lassen. Es ist nochnicht sicher ausgemacht, wo eigentlich dieses Fett abge-sondert wird. Man leitet es von kleinen, in der Hautgelegenen Drüsen, den Glandulae sebaceae, ab, derenAusführungsgänge in die Oberhaut münden, ungefähr sowie die der Schleimdrüsen in die Schleimhaut.
Die Natur dieser fettigen Materie beim Menschen istnoch nicht untersucht, und in der That ist auch diese Sub-stanz schwer zur Untersuchung zu erhalten. Wahrschein-lich würde man sie aus den Haaren in hinlänglicher Mengeerhalten können; denn man findet, dafs sie sich z. ß. nachund nach in den Kämmen, wenn sie nicht beständig ge-reinigt werden, in bedeutender- Menge, wiewohl unreinund mit Ausdunstungsmaterie vermischt, ansammelt.
Das einzige, was man über die Natur dieses Fettesweifs, ist aus Vauquelin’s Untersuchung über die Artdesselben, welches sich in der Schaafvvolle findet. BeimEinweichen von Wolle in Wasser löst sich dieses Haut-fett davon ab, macht das Wasser unklar, milchicht undwie Seifenwasser schäumend. Beim Abdampfen dieser soerhaltenen Flüssigkeit, bleibt ein syrupdicker, brauner,extractartiger Rückstand von scharfem, salzigem» und bit-terem Geschmack und Wollegeruch. Alkohol löst einenTheil davon auf, und beim Verdunsten des Alkohols bleibteine durchsichtige, schlüpfrige Masse von der Consistenzvon Honig, die in Wasser leicht löslich ist. Sie ist eineVerbindung von Alkali mit einer Materie, die sich durchZusatz von Säure niederschlagen läfst und deren Menge