Haare.
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Zu kaustischem Alkali verhält sich das Haar geradewie die Hornspähne, mit dem Unterschied, dafs Haar beimKneten mit einer concentrirten Kalilauge nicht zu einerso klebrigen und zusammenhängenden Masse wird, wieHorn *). Im Uebrigen ist das ganze Verhalten der Flüs-sigkeit und der mit Säuren erhaltenen Niederschläge ganzdasselbe.
Das Haar hat zu verschiedenen Metallsalzen dieselbeVerwandtschaft, und färbt sich mit ihnen auf dieselbe Art,wie die Epidermis. Man schwärzt das Haar, besondersdas Bartbaar, mit einer Auflösung von salpetersaurem Sil-beroxyd in Aether, was aber das Unangenehme hat, dafsdadurch auch die Haut leicht geschwärzt wird. Man ver-meidet diefs, wenn man das Silbersalz zuvor mit Kalk-liydrat, und nachher mit ein wenig Pomade und Oel zueiner Salbe zusammenreibt, womit man das Haar bestreicht.Hierdurch werden auch die durch Satteldruck bewirktenweißen Flecken bei den Pferden geschwärzt. Die schwär-zende Materie ist Schwefelsilber, durch den Schwefel desHaares gebildet. Eine andere Art, das Haar zu schwär-zen, besteht darin, dafs man ein Gemenge von 1 Th. feingeriebener Mennige und 4 Th. Kalkhydrat mit einer schwa-chen Auflösung von zweifach kohlensaurem Kali **) zueinem dünnen Brei anrührt, das Haar damit einschmiert,und dasselbe nun mit einer Mütze von Wachstaffet, oder,in Ermangelung derselben, mit frischen Kohlblättern be-deckt, um die Verdunstung zu verhindern. Hierbei ent-steht Bleioxydkali und kohlensaurer (und weinsaurer) Kalk;ersteres dringt bald in das Haar ein, erzeugt Schwefelwas-serstoff, und schwärzt nun so durch gebildetes Schwefelbleidie eingedrungene Bleiverbindung. Es gelingt nicht, nach
# ) Auf der Löslichkeit des Haares in kaustischem Alkali beruhtvermuihlich der bei den Türken gewöhnliche Gebrauch, dieHaare mit einem Gemische von 1 Th. Schwefelarsenik (Auri-pigment) und g Th. Kalk wegzunehmen, indem diese, als fei-nes Pulver zu einem Teig augerührt, einige Zeit auf der Hautliegen gelassen werden.
## ) Gewöhnlich bereitet aus 4 Th. Cremor lartari und 3 Th. cal-cinirter Pottasche, zusammen in 1^4 Th. Wassers in einer ver-korkten Flasche aufgelöst.