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Haare.
Seite mehr zugekehrt sind, als der anderen, was die Ur-sache ist, dals wenn man ein Haar zwischen den Fin-gern dreht, es sich allmählig so windet, dafs das Wur-zelende voran geht. In der inneren Röhre liegt, gleichwie in dem Kiele der F'edern, ein feines Organ, welchesdas Haar mit Flüssigkeiten versieht, und in Krankheiten(wie z. B. bei Plica polonica und Tinea capitis) so an-schwillt, dafs beim Abschneiden des Haares eine Flüssig-keit aussickert, in der man sogar schon eine Beimischungvon Blut beobachtete. In ihrem natürlichen Zustand sinddie Haare trocken, unveränderlich und gefühllos. DurchReiben werden sie stark electrisch, und langes trocknesHaar pflegt sich daher nach jedem Kammstrich auszubrei-ten, selbst zu knistern und Funken zu geben; und wennman Katzen, oder auch Pferde bei trocknem Wetter imDunkeln mit der Hand streicht, so sieht man bei jedemStrich kleine Funken entstehen, deren Knistern man auchnicht selten hören kann.
Die Haarniasse hat eigentlich dieselbe Farbe wie Horn,und die verschiedene Farbe, welche man beim Haare derMenschen und Thiere findet, hängt, nach Vauquelin’sUntersuchungen, von einem gefärbten Fett, und bei schwar-zem Haar zugleich von einer Portion Eisen ab, welchessich wahrscheinlich als Schwefeleisen darin befindet*). Die-ses gefärbte Fett läfst sich vermittelst Alkohol oder Aetheraus dem Haare ausziehen, worauf dieses eine graugelbeFarbe annimmt. Wenn die Secretion dieses gefärbten Fet-tes mit den Jahren aufhört, so wird das Haar grau oderweifs. Man hat viele Beispiele, dafs diefs selbst bei jun-gen Leuten sehr rasch und plötzlich durch niederschla-gende Gemüthsbewegungen bewirkt wurde. Wenn Haareauf einer Stelle wieder wachsen, wo sich ein Geschwür
*) Zwischen dem Farbstoff der Haare und der Farbe des Corpuspapillare besteht eine bestimmte Analogie. Es ist möglich,dafs das schwarze Pigment in der Negerhaut eine ähnlicheSchwefelverbindung und diefs die Ursache des widerlichen Ge-ruchs ist, welchen die Negerhaul hat.