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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
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Haare. 297

befand, so bekommen sie keine Farbe, sondern werdenganz weifs.

Wird Haar mit Alkohol digerirt, so wird jenes Fettausgezogen. Erhitzt man zerschnittenes Haar mit Alkoholzum Kochen, so wird das Kochen gewöhnlich viel mehrstofsend als auf irgend eine andere Weise, und Glasge-fäfse werden dabei bald zerschmettert. Die Ursache hier-von scheint in der nicht leitenden Eigenschaft und zugleichin dem Umstande zu liegen, dafs sich die Haarendchengleichsam in einander keilen. Das vom Alkohol ausge-zogene Fett ist gewöhnlich sauer und enthält Margarin-und Oelsäure; von rothem Haar ist es blutroth, und vonschwarzem graugrün; von hellem und blondem Haar hates das gewöhnliche Ansehen jener Säuren. Aber nebst die-sen zieht der Alkohol zugleich auch eine nicht unbedeu-tende Menge Chlornatrium und Chlorkalium, nebst etwasChlorammonium und einer farblosen, sauren, zerfliefsli-chen extractartigen Materie aus, die von gleicher Naturwie die in den Flüssigkeiten des Fleisches vorkommendeist; sie enthält aber dabei zugleich auch milchsaures Am-moniak. Diese Salze und diese extractartige Materie ge-hören nicht zur Zusammensetzung des Haares, sondernrühren von der auf dem Haare eingetrockneten Ausdun-stungsmaterie her. Die zurückbleibende Haarmasse tritt anWasser eine sehr geringe Menge eines in Alkohol unlös-lichen extractartigen, ebenfalls von der Ausdunstung her-rührenden Materie ab, und was nun zurück bleibt, verhältsich zu den Reagentien wie Horn.

Beim Erhitzen schmilzt das Haar, bläht sich auf, riechtwie gebranntes Horn, entzündet sich und verbrennt mitleuchtender rufsender Flamme, indem es eine aufgeschwol-lene Kohle hinterläfst. Bei der trocknen Destillation gibtes J- seines Gewichts brenzliches Oel, ein ammoniakhalti-ges Wasser und brennbare, Schwefelwasserstoff enthaltendeGase, und es bleibt ^ seines Gewichts schwer verbrenn-licher Kohle zurück. Nach Vauquelin gibt das Haar liProcent seines Gewichts einer gelben oder braungelbenAsche, welche Eisenoxyd und eine Spur von Manganoxyd,