282
Die Haut.
den, und lost sich allmählig zu einer Flüssigkeit auf, dieunklar ist von den in der Haut enthaltenen kleinen Ge-fäfsen, die sich hierbei zertheilten, ohne aufgelöst zu wer-den. Nach dem Erkalten erstarrt diese Flüssigkeit zu ei-ner mehr oder weniger consistenten Gelee. Sie ist nunin sogenannten Leim verwandelt, von dem noch untenausführlicher die Rede sein wird. Die Schnelligkeit, wo-mit die Haut verschiedener Thiere aufgelöst wird, ist sehrverschieden. Die von grofsen, starken, völlig ausgewach-senen Thieren löst sich am schwersten und langsamstenauf, und die davon gebildete Gelee ist sehr consistent.Die HauL der Fische und kleinen Vögel oder Säugethierelöst sich leicht auf, so dafs sie sogar durch lange an-haltendes Benetzen mit Wasser von -f-20° bis 25° in eineschwierig gestehende und halb flüssig bleibende Gelee ver-wandelt wird.
Das Gewebe der Haut wird nicht von Alkohol, Aether,fetten oder flüchtigen Oelen, weder in der Kälte noch inder Wärme, aufgelöst. Dagegen wird es sowohl von Säu-ren und Alkalien, bis zu einem gewissen Grade vorherverdünnt, schon bei gewöhnlicher Lufttemperatur in Leimumgewandelt. Zum Beispiel in concentrirte Essigsäure ge-legt, schwillt es zu einer, nachher in warmem Wasser lös-lichen Gelee auf. Legt man aufgeweichte Haut in eineAuflösung von zwei Drittel schwefelsaurem Eisenoxyd odervon Quecksilberchlorid, so vereinigt sie sich allmählig mitdem Metallsalz, wird dichter, härter, und geht dann nichtmehr in Fäulnifs über. Eben so, legt man aufgeweichteHaut in eine Infusion von einer gerbstoffhaltigen Pflanze,z. B. von Galläpfeln, Eichenrinde, Heidel- oder Preifsel-beeren-Reiser, so wird die Haut durch die Vereinigungmit dem Gerbstoffe, wie man es nennt, gegerbt, und faultdann ebenfalls nicht mehr.
Die thierischen Häute haben mehrere allgemeine nütz-liehe Anwendungen; sie dienen zur Bereitung des Leders,des Pelzwerkes, des sämischen Leders, des Tischlerlei-mes u. s. w.
Wiewohl diese Gegenstände eigentlich in die Techno-