Verdauungsprozefs und seine Producie. 237
lösliche Pflanzenstoffe enthalten, die nicht sogleich durchden Verdauungsprozefs zerstört, sondern zuweilen noch inden Flüssigkeiten vom letzten Stück des dünnen Darmswiedergefunden werden.
Aus dem Angeführten sieht man, wie wenig wir nochvom Chymus wissen, und dafs noch viele beschwerlichephysiologisch chemische Untersuchungen nölhig sind, umüber die Beschaffenheit der darin vorkommenden Mate-rien richtige Begriffe zu bekommen, zumal, da es nichtgenug ist, durch chemische Kunst Körper zu trennen, son-dern da man sie auch für das, was sie sind, erkennen undrichtig characterisiren mufs, was wohl jetzt kaum möglichist, so auszuführen, wie es ausgeführt werden miifste.
Ehe wir nun aber weiter gehen, wöllen wir in derKürze bei den Extractions-Erscheinungen der grasfressen-denThiere mit mehreren Magen, und der Vögel verweilen.Die ersteren nennt man wiederkauende Thiere (Ru-minantitz). Die Speiseröhre endigt sich bei ihnen miteiner länglichen, von Muskelfasern gebildeten Oeffnungoder Spalte. Diese Oeffnung führt zu drei Behältern oderMagen, und hat die Eigenschaft, sich durch den daraufwirkenden Druck verschluckter fester Nahrung in die bei-den ersten Magen zu öffnen und für den dritten zu schlie-fsen, und umgekehrt sich bei Getränken und flüssigen Ma-terien in den dritten zu öffnen, während sie dann, wie-wohl nicht vollkommen, den Eingang in die beiden er-sten versperrt. Die Wiederkäuer haben vier Magen, vondenen je zwei zusammen gehören. Der erste ist der gröfsteund wird der Patten (Rinnen, Inplm’ies) genannt.Durch eine weite Oeffnung steht er mit dem kleinerenzweiten, dem Netzmagen (Reticulum, TJLlula) in. Ver-bindung, und aus diesem führt eine kleine Oeffnung zudem dritten, dem Blättermagen (Omassum, Centipel-lio) , und von diesem eine grofse Oeffnung in den vier-ten, den eigentlichen Magen oder Laabmagen (Aho-massum, Ventricuhis intestinalis), der in seiner Structurdem menschlichen Magen entspricht, und aus welchem derCh ymus in den Zwölffingerdarm übergeht.